Bündnis 90/Die Grünen

im Landkreis Ebersberg

In Zeiten, in denen die Demokratie europaweit und auch in Deutschland von Rechtsextremen angegriffen wird, geht es bei der Europawahl am 9. Juni darum, wie sich Europa im globalen Wettbewerb zwischen Demokratie und Autokratie aufstellt. Geben künftig rechtsextreme Kräfte im Europäischen Parlament den Ton an – oder wir Demokrat*innen? Wir werden auch im Landkreis Ebersberg für ein starkes grünes Ergebnis kämpfen, damit Europa auch künftig unseren Wohlstand klimaneutral sichern kann. So können wir den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft stärken, Frieden bewahren und unsere Demokratie schützen.

Unser Motto dafür ist: Machen, was zählt!

Waltraud Gruber: 40 Jahre Herzblut

Das kommunalpolitische Gesicht des Landkreises wird geehrt

19.05.24 –

"Auch Grüne trinken Bier und essen Schweinebraten, sind also Menschen." Benedikt Mayer und Carl Behmer geben einen launigen Rückblick über 40 Jahre Kommunalgeschichte der Ebersberger Grünen, die eng mit Waltraud Gruber verbunden ist. 

Benedikt Mayer:

"Heute soll der Lobgesang erklingen für Waltraud Gruber.

Sie ist seit 41 Jahren Mitglied der Grünen.

Da besteht der Verdacht, dass Waltraud von ihren Eltern gleichzeitig zur Schule und zur Partei angemeldet worden ist. Aber nein: es war ein bewusster und selbstbewusster Schritt in die Politik.

Noch länger politisch aktiv waren unseres Wissens nach nur Otto von Bismarck und Queen Elizabeth II.

Und Waltraud ist seit VIERZIG Jahren durchgehend Mitglied des Ebersberger Kreistags.

Also praktisch Gründungsmitglied gemeinsam mit Heroen der kommunalen Selbstverwaltung wie Baron von Feury.

Sie ist DAS kommunalpolitische Gesicht und Schwergewicht (allein die Sitzungsunterlagen sind nur noch in Doppelzentnern zu messen) der GRÜNEN im Landkreis Ebersberg.

Daher ist es notwendig - um die Geschlechterquote einigermaßen einzuhalten, dass ich mit Carl Behmer einen zweiten Laudator zur Verstärkung heranziehen musste.

Waltraud ist seit 40 Jahren – seit Mai 1984 – Mitglied im Kreistag, seit 2002 durchgehend Sprecherin der Fraktion (anfangs 5 Mitglieder, heute 15!). Sie war von 2014 bis 2020 eine der weiteren Stellvertreterinnen des Landrats. Sie war 2 Sitzungsperioden Mitglied im Gemeinderat Aßling; sie war 5 Jahre für die Grünen im Bezirkstag Oberbayern.

Waltraud hat den Kreisverband Ebersberg 4x als Landratskandidatin vertreten (nicht erfolgreich), einmal als Landtagskandidatin (nicht erfolgreich) und einmal als Bezirkstagskandidatin (erfolgreich)."

Carl Behmer (1984 bis 2002):

"Highlights 84 – 90:

Grüne Chaoten ziehen in den Kreistag aber die anderen Vertreter stellten schnell fest; auch Grüne trinken Bier und essen Schweinebraten, sind also Menschen.

Schon damals der Zeit weit voraus. Gründung einer Ausschussgemeinschaft zusammen mit der FDP, verhandelt wurde das die Grünen den Hauptausschuss und die FDP dafür den Umweltausschuss bekommen.

Borkenkäfer

Müllkonzept, Wertstoffhöfe.

Frauennotruf

Fahrt des Kreistages an den Bodensee um sich moderne Müllkonzepte anzuschauen. Schon damals dabei Brigitte Keller unter der ja dann später Gottlieb Fauth und Robert Niedergesäß Landräte werden sollten.

Privater Höhepunkt: Geburt ihrer Tochter

Highlights 90 – 96:

Ich bin dazugekommen, Ausschussgemeinschaft war nicht mehr nötig.

Von 3 Mandatsträgern auf 7 erhöht und nicht auf 5 wie im Wahlkampf erhofft.

Müllkonzept Schafweide

Kreisstraße Haging – Jakobneuharting (Polland-Spange)

Privater Höhepunkt: Geburt ihres Sohnes"

Highlights 96 – 02

Die Grünen sind endgültig im politischen Mainstream angekommen, uns wurde ein Aufsichtsratsposten in der Sparkasse und der Vorsitz im Rechnungsprüfungsausschuss angeboten, beides wurde durch die Stimmen der SPD verhindert.

Müll, Müll, Müll

Antrag zur geschlechtsneutralen Schreibweise, einer der Höhepunkte in der Debattenkultur.

Baumaßnahmen: Erweiterung Landratsamt, Sonderpädagogisches Förderzentrum Poing, Gymnasium Grafing.

Ich habe mich 2002 aus dem Kreistag verabschiedet und wie auch heute Platz für Beni gemacht."

Benedikt Mayer (2002 bis heute):

Bei der Kommunalwahl 2002 hatte Waltraud eigentlich auf Kreistag keinen Bock mehr, äh keine Böckin mehr; nein keine Geiß.

Sie wollte auf einem Platz weiter hinten kandidieren; einem sog. Gottesurteilsplatz. Nach dem Motto: „Ich tu mal so, als sei’s mir egal, ob ich reinkomm‘!“

Als auf der Aufstellungsversammlung zur Kreistagsliste plötzlich massiver Frauenmangel zutage trat, hat Waltraud empört ihren Vorsatz über Bord geworfen und ist auf Platz 5 angetreten. Die Wähler*innen haben das dann korrigiert und sie auf den ersten Platz vorgehäufelt.

In der auf 5 Mitglieder verkleinerten Fraktion übernahm Waltraud die Fraktionsführung und den Platz im Kreisausschuss. Gottesurteil.

Sie hat sich sehr schnell in die notwendige Rolle der Generalistin eingearbeitet, die sie als einzige Grüne in diesem Hauptausschuss darstellen musste. Es gibt in der Kommunalpolitik mehr als nur Müll.

Seither - also schon 22 Jahre! – ist Waltraud unsere Fraktionssprecherin im Ebersberger Kreistag.

Sie kümmert sich um unsere Organisation (Stichworte Fraktionssitzungen und die Website) und schiebt uns immer wieder mit politischen Themen an. Grüne Kommunalpolitik ist ihre Herzensangelegenheit. Sie hat einen Riesen-Erfahrungsschatz und gute Beziehungen zu fast allen anderen Fraktionen. Und sie ist im Landkreis bekannt und geschätzt weit über die Grenzen des Grünen Kreisverbands hinaus.

Viele Erfolge tragen ihre Handschrift; nur zwei sollen aus Zeitgründen hier erwähnt werden: ein Frauenhaus im Landkreis wird nach Jahrzehnten des Anschiebens heuer endlich Wirklichkeit und der Landkreis hat sich auf ihren Vorschlag hin selbst Leitlinien für nachhaltiges Bauen verordnet.

An diesen zwei Beispielen zeigt sich Waltrauds Mischung aus Empathie und Hartnäckigkeit, ohne die Grüne Erfolge in der Politik nicht zu erreichen sind.

Kaum zu glauben, dass Waltraud neben dieser Arbeit noch Zeit für einen sozialversicherungs-pflichtigen Job hatte: sie arbeitete jahrelang im Büro des Landtagsabgeordneten Martin Stümpfig, von wo sie viele Anstöße für unsere Kreispolitik herbekam.

Und noch weniger zu glauben: Waltraud hat sogar Zeit für Familienleben. Okay: in Teilzeit.

Kommunalpolitisches Engagement geht nur, wenn frau/man zu Hause Unterstützung erfährt.

Es ist uns nicht bekannt, ob ihr Ehemann Wastl jemals eine Kapitulationsurkunde unterzeichnet hat; aber er gab und gibt ihr den großen Raum für ihre Arbeit auf den verschiedenen kommunalpolitischen Ebenen, auf denen Waltraud unterwegs ist und war. 

Immerhin haben sie zusammengearbeitet bei der ökologischen Sanierung ihres Hauses in Aßling. Waltraud gestaltet ihren Alltag so konsequent ökologisch wie ihre Politik.

Und seit der Geburt Ihrer ersten Enkelin in 2020 und weiterer 2 Enkelkinder in 2023 nimmt sie sich tatsächlich mehr Zeit für die Familie. Ohne dass die Welt im Allgemeinen oder der Landkreis im Besonderen untergegangen sind."

"Liebe Waltraud, wir alle danken dir sehr für deine Grüne Arbeit, dein Engagement und dein Herzblut in den beiden Jahrtausenden."

 

Laudatio für Waltraud Gruber von Benedikt Mayer und Carl Behmer, Mai 2024

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