
05.02.26 –
Der ICCP‑Bericht warnt: "Das Zeitfenster, in dem eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft für alle gesichert werden kann, schließt sich rapide." MdL Martin Stümpfig berichtet in Zorneding, welchen Pfad wir einschlagen müssen, um bis 2040 klimaneutral zu werden – und das erfordert schnelles Handeln.
Gut 50 Gäste kamen am 4.2.26 in den Zorndinger Neuwirth, um den Vortrag von MdL Martin Stümpfig, den Energiepolitischen Sprecher der Landtagsfraktion, zu hören. Helmut Obermaier, Fraktionssprecher der Zorndinger Grünen, begrüßte die Anwesenden und stellte die Situation in Zorneding dar – die kommunale Wärmeplanung sei hier noch nicht richtig in Schwung gekommen.
MdL Martin Stümpfig, präsentierte die Dringlichkeit einer beschleunigten Wärmewende.
Seit 1990 hat Bayern seine Treibhausgasemissionen nur um 19 % reduziert – weit unter dem Niveau, das für Klimaneutralität bis 2040 nötig wäre. Der aktuelle Energieverbrauch liegt bei etwa 500 TWh, davon stammen 60 % aus Mineralöl und 31 % aus Gas. Wärme und Verkehr sind damit die größten „Sorgenkinder“ des Klimaschutzes.
Die Reduktion des Verbrauchs, dezentrale Wärmepumpen sowie zentrale Wärmenetze und Geothermie wurden als zentrale Handlungsoptionen für das Thema Wärme vorgestellt.
Das Gesetz zur kommunalen Wärmeplanung (KWP) gilt seit dem 1. Januar 2024. Gemeinden mit über 100.000 Einwohnern müssen bis zum 30. Juni 2026 einen Plan vorlegen, kleinere Kommunen bis 2028. Ziel ist eine Wärmewendestrategie mit Umsetzungsfahrplan, Quartiersmaßnahmen und Zeitplan. Eine aktive Beteiligung der Anwohner:innen sowie eine gemeinsame Finanzierung durch Kommunen oder Genossenschaften sind dabei ideal. „Eine kommunale Wärmeplanung muss danach auch umgesetzt werden und darf nicht in der Schublade verschwinden“, betont Stümpfig.
Poing wird bereits zu einem großen Teil durch Geothermie versorgt. Vaterstetten und Zorneding befinden sich noch in der Erkundungsphase, zeigen jedoch vielversprechende Ergebnisse: „Hier sitzt ihr auf einer Wärmflasche“, so MdL Martin Stümpfig, Das große Potential zeige sich beispielweise in Pullach: Eine Einheit Strom erzeugt dort 200 Einheiten Wärme. „keine Energieform ist effektiver und letztendlich günstiger“, so Stümpfig, Die größte Hürde bleibt die Finanzierung von Bohrungen und Nahwärmenetzen; er fordert staatliche Bürgschaften, um Kommunen zu entlasten.
Landratskandidat Thomas von Sarnowski, der die anschließende Diskussion moderierte, stellte in seinem Grußwort heraus, dass der Landkreis Ebersberg rund 30 Millionen Euro jedes Jahr für fossile Energien ausgibt: „Eine Milliarde Euro alle drei Jahre, da ließe sich soviel Wertschöpfung vor Ort gestalten – Arbeitsplätze, Investitionen in die Erneuerbaren Energien und in unsere Zukunft.“
In der regen Diskussion zeigte sich, wie wichtig die Planungssicherheit in Punkto Wärmenetze für die Anwesenden ist: "Kommt sie oder kommt sie nicht und was kostet sie" – entscheidend für die Wahl zwischen eigener Wärmepumpe und zentraler Versorgung.
Das Zeitfenster sei jetzt noch offen, um sich zu entscheiden. "Damit die vorgeschriebene Kommunale Wärmeplanung nicht ein Papiertiger bleibt und in der Schublade verschwindet, dazu braucht es uns Grüne, die nicht locker lassen werden. Und möglichst viele Grüne Rätinnen und Räte nach der nächsten Kommunalwahl um sich für „Sichere, effektive und bezahlbare Wärme“ einzusetzen.", so Stümpfig.
Effizienz bleibt das Leitmotiv: Energie bleibt teuer, daher werden einfache, etablierte Technologien dominieren – Solar‑ und Batterietechnik, gefolgt von Windenergie und Wärmepumpen. „Der Markt hat sich längst entschieden“, fasst Stümpfig den positiven Ausblick zusammen.
Die kommenden Kommunalwahlen bieten die Chance, dass mehr Grüne Räte und Rätinnen die Umsetzung von „sicherer, effektiver und bezahlbarer Wärme“ vorantreiben.
Von: Waltraud Gruber
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