Bündnis 90/Die Grünen

im Landkreis Ebersberg

Niedersachsen verbietet Anbindehaltung

09.02.26 –

Das Grüne Landwirtschaftsministerium Niedersachsen will die Anbindehaltung von Rindern künftig untersagen. Nur in Bayern werden noch mehr Rinder fixiert als in dem nördlichen Bundesland. 

Miriam Staudte, Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, genehmigt Übergangsfristen von maximal 7 Jahren. Betriebe, die ihren Tieren gar keinen Auslauf  ermöglichen, müssen in einer Übergangsfrist von 18 Monaten aus der Anbindehaltung aussteigen. Der Landesbauernverband Niedersachsen trägt den Umbau grundsätzlich mit. „Entscheidend ist jetzt, dass der Wandel praktisch umsetzbar ist und mit zugesagten Fördermitteln, vereinfachten Baugenehmigungen sowie begleitender Beratung erfolgt“, heißt es auf seiner Homepage.

Über eine Million Rinder werden in Deutschland in Anbindehaltung fixiert. Laut der Tierschutzorganisation PETA sind es in Niedersachsen etwa 170 000 Tiere; vor allem kleine und mittlere Betriebe betreiben diese Haltungsform, bei der die Rinder mit Ketten oder anderen Vorrichtungen am Hals festgebunden sind und sich nicht einmal umdrehen können. Bei den Rindern führe diese Haltungsform durch die andauernde Entbehrung zu seelischen und körperlichen Krankheiten wie Liegeschwielen, entzündeten Gelenken, Depressionen und Lahmheit.

Der bayerische Bauernverband gibt unumwunden zu, dass rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung hält – das entspreche circa 30 Prozent der Kühe und 25 Prozent der Milchmenge. Ganzjährig angebunden sind die Rinder laut bayerischem Rundfunk in rund 7000 aller Betriebe in Bayern. 

Zur Erinnerung: Cem Özdemir plante als Grüner Bundesandwirtschaftsminister, die ganzjährige Anbindehaltung mit der - langen - Frist von 10 Jahren zu verbieten. Für kleinere Betriebe sollte eine Kombination aus Weide im Sommer und Anbindestall im Winter mit zweimal wöchentlichem Auslauf möglich bleiben. Kurz bevor das Verbot beschlossen werden sollte,  zerbrach die Ampelkoalition.

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten sieht den niedersächsischen Vorstoß als einen „Weckruf“ für Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU), nun endlich ein bundesweites Verbot auf den Weg zu bringen. Er sei zudem „ein starkes Signal Richtung Bayern und Baden-Württemberg, in denen noch immer rund 740.000 Tiere zur Bewegungslosigkeit verdammt sind“.

Auf der Homepage des bayerischen Landwirtschaftsministeriums ist von Anbindehaltung nicht die Rede. - Vgl. auch unseren Bericht "Bayerische Grüne fordern mehr Tierschutz" vom 2.11.2025

 B.G.

 

 

 

 

 

 

 

 

Kategorie

Ernährung/Agrar

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