Bündnis 90/Die Grünen

im Landkreis Ebersberg

11.02.2010 Vaterstetten - Ernährung in Zeiten des Klimawandels

Bettina Goldner vom Ortsverband der Grünen Ebersberg über "Ernährung in Zeiten des Klimawandels"

14.02.10 –

Vaterstetten
Auf Einladung unseres Ortsverbands sprach Bettina Goldner vom Ortsverband der Grünen Ebersberg über "Ernährung in Zeiten des Klimawandels". Das Ausmaß der Problematik war uns ZuhörerInnen nicht bewusst: So lastet eine aktuelle Studie des Wordwatch Institute 51% der vom Menschen verursachten Treibhausgase der Haltung von "Nutztieren" an. Selbst wenn diese Zahl anfechtbar sein sollte - weil sie das Ausatmen von CO2 durch die Tiere einkalkuliert - so bedeutet bereits der bislang veranschlagte Wert von 18%, dass die Viehhaltung mehr Emissionen verursacht als der gesamte weltweite Verkehr (einschl. Flüge!).
  
Der ökologische Fußabdruck, den wir Deutsche allein durch unsere Ernährung hinterlassen sei viel zu groß, sagte Bettina: Im Durchschnitt mache er etwa 2 Tonnen CO2 pro Person und Jahr aus - so viel, wie wir mit unserer gesamten Lebensführung verursachen dürften, wenn wir den Klimawandel nicht (auch auf diesem Gebiet) weiter beschleunigen wollen.

Den Hauptanteil an den CO2-Emissionen im Bereich Ernährung haben mit Abstand die tierischen Produkte. Dies liegt vor allem an der"gigantischen Verschwendung" bei der Herstellung von Fleisch: Im Durchschnitt sind 7 Kalorien Getreide nötig, um eine Kalorie Fleisch zu erzeugen. Hinzu kommen die Methanemission der Wiederkäuer, die Brandrodung für Weideflächen, der Anbau von Futtermitteln, die energieintensive Produktion von Mineraldünger und Pflanzenschutzmitteln und die Stickstoffemissionen beim Ausbringen von Kunstdünger und Gülle.

Zu lernen war außerdem: Lebensmitteltransporte belasten das Klima weit weniger als gemeinhin angenommen (Ausnahme: Flugfracht), Bioprodukte sind zwar günstiger, aber keine Klimaretter, und saisongerecht einzukaufen ist gut, weil Gewächs- und Kühlhäuser sehr viel Energie verschlingen.  Die echten Klimakiller sind allerdings Fleisch sowie alle Erzeugnisse vom Tier, insbesondere Butter und fetter Käse. Bettina unterstrich ihr Fazit, dass der Anteil pflanzlicher Produkte auf unseren Tellern deutlich wachsen müsse, mit dem Hinweis auf ihr 2009 bei Hädecke erschienenes Kochbuch "Umweltfreundlich Vegetarisch" (Link siehe unten).

Für sämtliche Zutaten ihrer Rezepte berechnet sie dort die Klimabelastung und schlägt pflanzliche Alternativen zu den tierischen Zutaten vor.  In einer lebhaften Diskussion ging es dann um die Frage, welche Weichen die Politik stellen könne und müsse. Hingewiesen wurde auf die Möglichkeit, Subventionen in der Milchwirtschaft abzubauen, Emissionen in der Landwirtschaft zu besteuern und strengere Vorgaben für den Tierschutz zu machen, die die tierischen Produkte verteuern würden.  
Ob und wann zuständige Ministerien sich zu diesen Maßnahmen durchringen würden, wurde allerdings mit Skepsis gesehen.

Die Einsicht, dass sie notwendig wären, mag da sein, meinte Bettina, aber noch verhinderten einflussreiche Interessenverbände ihre Durchsetzung. So liege das Umsteuern in der Hand der mündigen Verbraucher. Zitate von Steffi Lemke, der Bundesgeschäftsführerin der Grünen, zum Thema Ernährung, Hunger-Ausschreitungen und Klima:

  1. faire Produkte kaufen "wann immer es geht",
  2. den Fleischverzehr einschränken und
  3. "Wir müssen global den Flächenverbrauch für die Fleischproduktion reduzieren und Spekulationsgeschäfte mit Grundnahrungsmitteln unterbinden. Das kann man zwar nicht als Einzelperson, aber mit den Grünen."

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