Bündnis 90/Die Grünen

im Landkreis Ebersberg

Sommerfest der Grünen Ebersberg

Dank für 42 Jahre kommunalpolitisches Engagement – Waltraud Gruber feierlich geehrt

21.07.26 –

Emmering, 18. Juli 2026Bei herrlichem Sommerwetter haben Bündnis 90/Die Grünen im Landkreis Ebersberg ihr Sommerfest im Gasthof Bichler in Emmering gefeiert und dabei die langjährige Kreisrätin Waltraud Gruber für ihr außergewöhnliches politisches Engagement geehrt. Rund 85 Gäste aus dem gesamten Landkreis sowie zahlreiche Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter aus mehr als vier Jahrzehnten Kommunalpolitik waren der Einladung gefolgt.

Bereits am Nachmittag wurde Benedikt Mayer für 24 Jahre Kreistag geehrt. Als ehemaliger Bundesschatzmeister der Grünen hat er die Politikwelt in ganz Deutschland erlebt. Seinen finanzpolitischen Sachverstand hat er u.a. 2025 eingebracht, als neue Finanzrichtlinien im Kreistag verabschiedet wurden.

Die Ehrung für Waltraud Gruber stand ganz im Zeichen der Wertschätzung für einen politischen Lebensweg, der den Landkreis Ebersberg über Jahrzehnte mitgeprägt hat. In ihrer 42-jährigen Tätigkeit im Kreistag setzte sie sich mit großer Beharrlichkeit für Umwelt- und Naturschutz, soziale Gerechtigkeit, Frauenrechte sowie eine nachhaltige Entwicklung des Landkreises ein.

Durch den Tag führten die Kreisvorsitzenden Sarah Onken und Maximilian Blindhuber. Nach der Begrüßung erinnerten mehrere Rednerinnen und Redner an Waltraud Grubers Wirken und ihre Bedeutung für die grüne Kommunalpolitik weit über den Landkreis hinaus.

Den Auftakt der Ehrungen machte Gisela Sengl, Landesvorsitzende der bayerischen Grünen. Sie würdigte Waltraud Gruber als Vorbild für Generationen kommunalpolitisch engagierter Grüner: „Waltraud ist ein herausragendes Beispiel für Grüne Kommunalpolitikerinnen, die ganz pragmatische, gestandene Menschen sind. Dazu kommt ihr unglaublicher Fleiß und eine ganz große Glaubwürdigkeit.“

Mit einer augenzwinkernden Geste setzte Sengl zum Abschluss ihrer Laudatio eine Brille mit grünen Herzgläsern auf und rief: „Alle unsere grünen Herzen fliegen dir zu.“

Aus Respekt vor der langen kommunalpolitischen Karriere flogen Waltraud Gruber an diesem Abend nicht nur grüne Herzen zu.
 

Christa Stewens, ehemalige Bayerische Staatsministerin, Ehrenkreisvorsitzende der CSU Ebersberg und selbst 48 Jahre im Kreistag Ebersberg, würdigte Waltraud Gruber in ihrer Laudatio:
„Waltraud hat nie einfach nur dahergeredet, sondern man hat immer sehr genau gemerkt, dass sie sich in die Themen eingearbeitet hat, intensiv die Themen bearbeitet hat und dann nur darüber gesprochen, wovon sie wirklich viel verstanden hat. Damit ist sie ein Vorbild in der Kommunalpolitik und auch insgesamt für die Politik. Und damit wird sie dem Kreistag auch fehlen.“

Nach mehr als vier Jahrzehnten gemeinsamer Kreistagsarbeit betonte Stewens außerdem die Bedeutung des demokratischen Miteinanders: „Für mich ist es wichtig, dass die Menschen, die sich in demokratischen Parteien engagieren, zusammenarbeiten.“

Ein Thema, das für beide Frauen wichtig ist, ist das Frauenhaus im Landkreis Ebersberg. Ein Herzensthema von Waltraud Gruber, für das sie über 30 Jahre lang kämpfte. Wie lang Waltraud Gruber dieses Anliegen begleitet hat, zeigte Angela Rupp, Geschäftsführerin des Frauennotrufs und Vertreterin des Vereins „Frauen helfen Frauen im Landkreis Ebersberg e.V.“, mit einem Archivfund: „In unserem Archiv habe ich eine Teilnehmerliste vom 26.01.1989 gefunden, als eine erste Zusammenkunft von Frauen stattfand, die einen Verein für Fraueninteressen gründen wollten. Mit auf der Liste, Waltraud Gruber.“

Kreissprecher Maximilian Blindhuber bezeichnete Waltraud Gruber als „bekannteste Grüne im Landkreis Ebersberg.“ Blindhuber hob hervor, dass Waltraud Gruber über Jahrzehnte Beruf, Familie und kommunalpolitisches Engagement auf Gemeinde-, Kreis- und Bezirksebene miteinander vereinbart habe. Der Ruhestand sei daher mehr als verdient. Als junger Politiker schätze er den Erfahrungsaustausch: „Deine Begeisterung für Politik ist Vorbild, Inspiration und Auftrag.“

Geschenk: Moorpatenschaft im Brucker Moos

Als Geschenk bekam Waltraud Gruber eine Moorpatenschaft im Brucker Moos. Damit werden 42 m² für 30 Jahre geschützt  – stellvertretend für 42 Jahre Kreistag. „Andere bekommen Sterne in Hollywood, ich bekomme ein Stück Moor“, freute sich Waltraud Gruber sichtlich.

In ihrem Rückblick erinnerte sich Gruber auch schmunzelnd an einen Antrag: „In meinem ersten Antrag forderte ich die Bekämpfung der Borkenkäferplage mit Unterstützung der Bundeswehr.“ Zu einem Tumult im Kreistag führte jedoch das Vorhaben, auch „Abfallbesitzerinnen“ neben "Abfallbesitzern" in der Abfallwirtschaftssatzung zu erwähnen. Besonders stolz ist sie bis heute auf die „Leitzeile für nachhaltiges Bauen“, die durch einen von ihr geforderten Arbeitskreis erarbeitet wurden und hohe Effizienzstandards und Bauen mit Holz beinhalten.

„Setzen wir uns zusammen, reden wir drüber, schauen wir was rauskommt. Wenn alle Fraktionen bei einem Arbeitskreis mitmachen, dann wird auch danach was umgesetzt. Das ist das schöne an der Kommunalpolitik.“

Kommunalpolitik sei für sie die „härteste, aber auch die ehrlichste Ebene, weil sie im Umfeld des eigenen Lebensmittelpunkts passiert.“ Genau dort müsse man aber für die Demokratie einstehen und gegen Verdrossenheit vorgehen. Als sie 1984 in den Kreistag gewählt wurde, habe sie nicht ahnen können, wie gefährdet die Demokratie sein könnte und wie sehr wir zusammenstehen müssen.

In der Kommunalpolitik gibt es nur ein Ja oder ein Nein – keine Enthaltung. Man muss Kompromisse schließen. Das färbt auch aufs Private ab. Ich wäre eine andere ohne die Kommunalpolitik und möchte keine meiner Erlebnisse missen.“

Unter den Gästen waren außerdem Altlandrat Hanns Vollhardt, Martin Lechner (beide CSU), Albert Hingerl (SPD), Hans Gröbmayr ehemaliger Klimaschutzmanager des Landkreises sowie Mitglieder sämtlicher grüner Kreistagsfraktionen seit 1984.

Mit Videogrüßen bedankten sich auch Landes- und Bundespolitiker:innen wie Dr. Anton Hofreiter, Katharina Schulze oder Waltraud Grubers langjähriger Arbeitgeber Martin Stümpfig. Die persönlichen Worte machten deutlich, welchen Respekt und welche Anerkennung sich Waltraud Gruber erworben hat.

Beim gemeinsamen Abendessen und vielen persönlichen Gesprächen klang das Sommerfest in entspannter Atmosphäre aus. Für die Grünen war die Veranstaltung zugleich ein Zeichen dafür, wie wichtig es ist, ehrenamtliches politisches Engagement sichtbar zu machen und Menschen zu würdigen, die über Jahrzehnte Verantwortung für die Gesellschaft übernommen haben.


Von: Maximilian Blindhuber

Medien

Kategorie

Demokratie

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