
28.04.26 –
Ein letztes Mal noch sich in großer Runde austauschen, die letzten sechs Jahre Revue passieren lassen – das machte die 15-köpfige Ebersberger Kreistagsfraktion der Wahlperiode 2020–2026 im Restaurant „Zum Vaas“ in Schwaberwegen.
Alle von der (noc) Grünen Kreistagsfraktion waren gekommen, um die gemeinsame Zeit ausklingen zu lassen. Angefangen hat das Kreistagsmandat mit Corona. Das waren erschwerte Bedingungen: Ausgangssperren, Maskenpflicht, Abstand halten. Nicht gerade einfach, sich als Team zusammenzufinden. „Wir haben aber viel dazugelernt. Online-Meetings sind jetzt Standard und erleichtern den schnellen Austausch. Aber der persönliche Kontakt darf dabei nicht zu kurz kommen.“, so Noch-Fraktionssprecherin Waltraud Gruber.
Die Fraktion war laut Gruber das Gewissen des Kreistags. Sie deckte Missstände, Unzulänglichkeiten und Fehlentscheidungen auf und war die einzige warnende Stimme der Vernunft, um die Verschuldung des Landkreises einzubremsen. So kritisierte sie etwa die Verschwendung von 1,8 Millionen Euro an Steuergeldern für aussichtslose Gerichtsprozesse und eine nutzlose Software, die der amtierende Landrat ohne Beschluss des Kreistags in Auftrag gegeben habe. „So etwas untergräbt das Vertrauen in die Demokratie und gefährdet dringend benötigte Investitionen – etwa in den Bauunterhalt oder den Erhalt freiwilliger Leistungen wie den Busverkehr.“
Besonders alarmierend ist die finanzielle Situation der Kreisklinik: Bis 2028 droht dort ein Schuldenberg von rund 40 Millionen Euro, doch für die Rückzahlung gibt es keinen Plan.
Die Fraktion setzte sich für bezahlbaren Wohnraum, die Energiewende und den Klimaschutz ein. Trotz des selbst gesteckten Ziels des Landkreises, bis 2030 klimaneutral zu werden, sind in den vergangenen zwölf Jahren lediglich zwei Windräder errichtet worden. Es gibt also noch viel zu tun für die neue Kreistagsfraktion.
Ottilie Eberl bedankte sich bei Fraktionssprecherin Waltraud Gruber: „Sie war die beste Fraktionssprecherin, die man sich vorstellen kann, und hat uns vorzüglich geleitet – stets 200-prozentig.“ Sie scheidet nach 42 Jahren aus dem Kreistag aus – mit „einem weinenden und einem lachenden Auge“, wie sie selbst bemerkte. Weinend, weil sie immer noch für die Kommunalpolitik brenne – die Politik, die hautnah an den Bürgerinnen und Bürgern ist. Und lachend, weil sie nun endlich frei über ihre Zeit verfügen und sich ohne Zeitdruck u.A. ihren drei Enkeln widmen könne.
Ihr Stellvertreter Benedikt Mayer – der Finanzexperte der Fraktion – wird mit seinem immensen Wissen und seiner Affinität zu den Zahlen eine große Lücke nach 24 Jahren im Kreistag hinterlassen. Benedikt Mayer versprach, seine Nachfolgerin zu unterstützen und ihr beim ersten Haushalt zu helfen.
Auch Reinhard Oellerer ist ein Kenner der Finanzen und seit 18 Jahren dabei. Er hat die Finanzleitlinien des Landkreises ins Leben gerufen. Im Klinik-Aufsichtsrat war seine Finanzexpertise dringend nötig. Zudem hat er es als Sozialpolitiker beispielsweise geschafft, die Schulsozialarbeit im Landkreis zu etablieren.
Mit Angelika Obermayr scheidet ebenfalls ein Urgestein der Grünen aus dem Kreistag nach 12 Jahren aus. Sechs Jahre war sie Erste Bürgermeisterin von Grafing und weitere sechs Jahre stellvertretende Landrätin.
Veronika Ruoff war sechs Jahre dabei. Sie bohrte im Rechnungsprüfungsausschuss stetig nach und brachte so einiges ans Licht, das manche lieber im Dunkeln gelassen hätten.
Antonia Schüller, das jüngste Mitglied im Kreistag, begann ihre Zeit dort als 18-jährige Studentin und hat ihr Jurastudium mittlerweile abgeschlossen. Sie und Niklas Fent, der kürzlich 30 Jahre alt wurde, vertraten die Grünen im Umweltausschuss.
Ein Jahr dabei war Kathrin Nagy, die als Nachrückerin für Lakhena Leng kam – für sie eine aufschlussreiche Zeit.
Die acht Kreisrät*innen wurden reich beschenkt – mit kulinarischen Gutscheinen und Leckereien aus dem Fair-Laden.
Am Ende lagen sich besonders diejenigen in den Armen, die schon sehr lange gemeinsam durch politische Höhen und Tiefen gegangen waren, zusammen Ideen geschmiedet, sich ausgetauscht, Erfolge gefeiert und Niederlagen verdaut hatten – das schweißt für immer zusammen!
Von: Waltraud Gruber
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