1156 wurde Ingelsberg als Ingoltesperch erstmals erwähnt, 1880 zählte es 90 Einwohner. Zu dieser Zeit wohnten im benachbarten Zorneding 546 Menschen. Im Zuge der Gebietsreform kamen 1978 die Orte Pöring, Wolfesing und Ingelsberg zu Zorneding. Zorneding zählt mittlerweile, wegen der ausgezeichneten Infrastruktur, 8500 Einwohner, wogegen der Ortsteil Ingelsberg eine beschauliche Siedlung mit ein paar Bauernhöfen, Kleingewerben und zwei Wirtshäusern geblieben ist. Ohne sich ortsplanerisch Gedanken zu machen, beschloss der Gemeinderat 1999 den südwestlichen Ortsteil für Wohnbebauung freizugeben. Es entstand die übliche Reihenhausbebauung, die schlagartig die Einwohnerzahl von Ingelsberg um ein Drittel anstiegen ließ. Bild 1 Die Bebauung reichte direkt an den Tristl-Hof heran. Trotz Bedenkens des Landratsamtes wegen des Immissions-schutzes und der Unverträglichkeit von reiner Wohnbebauung und bäuerlichem Umfeld setzte die CSU "ihr Baugebiet" durch. Und es kam so, wie es kommen musste. Massive Beschwerden der Neubürger führten dazu, dass sich der Landwirt Tristl an die Gemeinde wandte und um eine Genehmigung nachsuchte, seinen Hof aus Ingelsberg auslagern zu dürfen. Bild 2 Im April 2005 stimmte der Gemeinderat zu. Die Argumente der Grünen, dass es sich bei dem Hof des Tristl schon längst nicht mehr um die privilegierte "Urproduktion" handelt, sondern dass es vielmehr darum geht, einen Reitbetrieb in den Außenbereich zu verlagern, verhallte. Es wird natürlich keine Reithalle entstehen, denn die wäre im Außenbereich nicht zulässig, sondern es wird sich um eine sog. Pferdebewegungshalle handeln, die firmiert unter dem Denkmantel "bäuerlicher Betrieb" und ist privilegiert. Und damit der Reithallenbetreiber Tristl auch ordentlich bauen kann, musste der Gemeinderat mithelfen, dass das Bauernhofgrundstück auch gewinnbringend zu veräußern ist. Das geht nur mit reiner Wohnbebauung. Kurzerhand wandelte man das bestehende Mischgebiet (es dürfte hier, wie zu Ingelsberg passend, nur Gewerbe, gepaart mit Wohnbebauung entstehen) in reines Wohngebiet um. Nun entstehen anstatt des Bauernhofes weitere 12 Reihen- bzw. Doppelhäuser. Natürlich werden es, wie im ersten Baugebiet, Familien sein, die nach Ingelsberg ziehen. Familien mit Ansprüchen. Wir werden die Kinder mit dem Schulbus nach Pöring fahren. Die Mütter werden ihre Kinder täglich mit dem Auto zu Freunden bringen oder zu den Spielplätzen in Zorneding und jeden ihrer Einkäufe mit dem Fahrzeug erledigen. Irgendwann werden die Neubürger einen Gehweg in Ingelsberg und einen Fahrradweg nach Pöring fordern, wegen der Gefährdung ihrer Kinder. Und der Gemeinderat wird das verstehen und für mehrere hunderttausend Euro die "nun nötige""¦"¦.. "¦.. so sieht also nachhaltige Politik aus. Das versteht die CSU also darunter, die Dörfer und die bayerische Kulturlandschaft zu erhalten. Bild 3 Schön ist es geworden, das neue Ingelsberg, finden sie nicht auch? Und einprägsam, denn von weitem ist das neue Wahrzeichen, die auf dem Hügel thronende Reithalle nebst stattlichem Wohnhaus, zu sehen. Und natürlich gab es keine Alternative. Der Gemeinderat musste so und nicht anders entscheiden, finden sie nicht auch!?!!?
Geschrieben von Helmut Obermaier 9. Februar 2006
Diese Website ist gemacht mit TYPO3 GRÜNE, einem kostenlosen TYPO3-Template für alle Gliederungen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
TYPO3 und sein Logo sind Marken der TYPO3 Association.