
03.08.26 –
Literatur, die bewegt – und Gespräche, die weiterführen
Frauen*netzwerk GRÜNE Ebersberg lud zum Literaturcafé nach Grub
Was haben ein autobiografisches Werk über Scham, ein generationenübergreifender Roman und ein Sachbuch über geschlechtsspezifische Unterschiede bei Künstlicher Intelligenz gemeinsam? Sie alle können den Blick darauf verändern, wie Frauen leben, wahrgenommen werden und Gesellschaft mitgestalten.
Bei „Literatur im Biergarten“ des Frauen*netzwerks GRÜNE Ebersberg am 29. Juli im Biergarten in Grub standen deshalb nicht Bestsellerlisten oder Literaturkritik im Mittelpunkt. Jede Teilnehmerin war eingeladen, ein oder mehrere Bücher mitzubringen, die sie persönlich angesprochen, zum Nachdenken gebracht oder ihren Blick auf ein Thema verändert haben.
So entstand auf dem Tisch schnell ein vielfältiger Stapel aus Romanen, autobiografischen Werken und Sachbüchern – und daraus ein ebenso vielfältiges Gespräch. Mit dabei waren beispielsweise „Die Scham“ und der generationenübergreifende Roman „Das achte Leben“. Andere Bücher beschäftigten sich damit, wie Künstliche Intelligenz abhängig vom Geschlecht zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann oder wie dieselben Aussagen und Handlungen unterschiedlich wahrgenommen und bewertet werden, je nachdem, ob sie von einem Mann oder einer Frau kommen. Ganz besonders überrascht waren wir über Kinderbücher, die sehr liebevoll mit festgefahrenen Geschlechterrollen spielen und in ihrer jeweiligen Geschichte neue Wege aufzeigen.
Entscheidend war dabei weniger die Frage, worum es in einem Buch geht, sondern:
Warum hat mich gerade dieses Buch beschäftigt?
Was habe ich daraus mitgenommen?
Und warum liegt es heute hier auf dem Tisch?
Aus den unterschiedlichen Büchern und persönlichen Zugängen entwickelte sich im Laufe des Abends ein gemeinsamer Gedanke: Gleichstellung kann nicht allein von Frauen erreicht werden. Damit sich gesellschaftliche Strukturen, Wahrnehmungen und Chancen tatsächlich verändern, braucht es das Miteinander.
Dazu gehört auch, gemeinsam zu verstehen, welche Wirkung Sprache, Verhaltensweisen und oft selbstverständlich gewordene Muster haben können. Gleichstellung braucht Frauen, die ihre Erfahrungen und Perspektiven sichtbar machen, aber ebenso Männer, die zuhören, verstehen und Veränderung mittragen.
Das Treffen zeigte, wie gut Bücher dafür ein Ausgangspunkt sein können. Sie erzählen persönliche Geschichten, machen gesellschaftliche Zusammenhänge sichtbar und eröffnen Perspektiven, die im eigenen Alltag vielleicht verborgen bleiben. Und manchmal beginnt Veränderung ganz einfach mit einem Stapel Bücher auf einem Biergartentisch und einem guten Gespräch darüber.
Hier findet ihr die Bücherliste
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Christina Landgraf
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