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noch immer die alte Leier: Bienen gegen Bauern?

 

von der SZ nicht veröffentlichter Leserbrief zum Artikel von Korbinian Eisenberger „Wenn ich im Traktor durch Siedlungen fahre, halten sich Kinder die Nase zu“ vom 13. 02. 2022

Nicht mehr als ein tendenziöses Stimmungsbild - das die Gräben weiter aufreißt!

Anlässlich 3 Jahre Volksbegehren ‚Artenvielfalt - Rettet die Bienen‘ wird hier lediglich ein sehr einseitiges Stimmungsbild einiger willkürlich ausgewählten Bauern wiedergegeben. Weder wird die wahre Ursache des Höfesterbens aufgezeigt, noch die Hintergründe des Volksbegehrens: der dramatische Rückgang von Lebewesen in der Kulturlandschaft.

Was der bäuerlichen Landwirtschaft den Garaus macht, ist dagegen die jahrzehntelang gepredigte Maxime des Bauernverbands: ‚Wachse oder weiche‘. Dabei geht es schon lange nicht mehr nur um die Ernährung der Bevölkerung - viele bäuerliche Produkte enden in der Industrie oder der Biogasanlage.

Die im Volksbegehren geforderten Maßnahmen sollen ermöglichen, dass wir zukünftig überhaupt noch Landwirtschaft betreiben können! Denn wir brauchen Insekten, als Bestäuber, als Nützlinge, für die Stabilität von Ökosystemen – ihnen wird jedoch gerade der letzte Lebensraum genommen, sie werden vergiftet oder fallen dem Klimawandel zum Opfer.

Eine nicht nachhaltige Bewirtschaftung verursacht weitere grundlegende Probleme: erodierte und verdichtete Böden, Humusabbau, Verlust von Niedermoorböden. Und beim Wasser: Überdüngung, fehlende puffernde Uferzonen, ein durch den fortschreitenden Klimawandel bedingtes ‚Zuviel‘ bei Starkregen oder ‚Zuwenig‘ bei Hitze und Dürre, das von degradierten Böden nicht mehr kompensiert werden kann.

Die Landwirte sind - durch jahrzehntelange Fehlleitung (Bauernverband, Ausbildung, Lobbyismus) - selbst Verursacher der oben beschriebenen Probleme, gleichzeitig aber Leidtragende der Folgen und Hauptakteure bei deren Lösung. Es wäre also an der Zeit, die Gräben zwischen Landwirten und Umweltschützern zuzuschütten, ja die beiden Gruppen sogar zur Deckungsgleichheit zu bringen.

Aufgeklärte Verbraucher werden es den Bauern danken und ihren Teil zur Lösung beitragen: durch bewussten Konsum, durch Eigeninitiative.

Dazu bräuchte es allerdings eine andere Art von Journalismus: nämlich aufklärend statt aufwiegelnd!

Nina Rutschmann, Glonn

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