• Christina Landgraf

Poing mit Courage

Rassistischen Tendenzen entgegentreten

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08. Feb. 2021 –

Jeden Donnerstag demonstrieren am Poinger S-Bahnhof Corona-Leugner. Das ist ihr gutes Recht. Vor 2 Wochen fielen bei den Reden jedoch antisemitische Äußerungen – und die Teilnehmer*innen applaudierten noch dazu. Deshalb fand letzten Donnerstag am Max-Mannheimer-Bürgerhaus eine gut besuchte Gegendemonstration gegen Antisemitismus statt. 

In eindrücklichen Redebeiträgen wurde betont, wie wichtig es ist, rassistischen Tendenzen entgegenzutreten. Altbürgermeister Albert Hingerl stellte die Frage, warum die Poinger Schulen unterm Motto „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ uns Erwachsenen vormachen müssen, wie es geht. Eigentlich sollten doch wir den Kindern Vorbild sein, und nicht umgekehrt?

Ich denke nicht, dass alle Teilnehmer*Innen der besagten Demonstration der Corona-Leugner bekennende Antisemiten oder überzeugte Rechtsextremisten waren. Vielleicht haben sie sich „gar nichts dabei gedacht“, als die diffamierenden Sprüche fielen. Aber sie sind nicht dagegen eingeschritten, haben sogar noch Beifall geklatscht. Damit haben sie sich diese Äußerungen zu eigen gemacht.

Nun ist Antisemitismus eine Variante des Rassismus, die zu besonders grausigen Auswüchsen geführt hat. Nichtsdestotrotz ist Rassismus in all seinen Formen widerlich und führt bei den Opfern zu schweren Verletzungen – physischen, aber auch seelischen. Und da sind wir alle gefordert, dem Alltagsrassismus entgegenzutreten. 

Vor einiger Zeit erzählte ein schon länger in Deutschland lebender brasilianischer Freund, dass sein Neffe, der ihn hier besucht hatte, in der U-Bahn wegen seiner braunen Hautfarbe rassistisch beleidigt worden war. Das machte ihn sehr traurig. Sein Neffe hatte nichts Unrechtes getan, warum war er beschimpft worden? Ist jemand mit einer dunklen Hautfarbe weniger wert?

Hand aufs Herz: Wie oft kommen wir in eine Situation, wo dumme Witze, entwürdigende Bemerkungen oder unterschwellige Diskriminierung Menschen mit anderer Farbe, anderem Glauben, anderer Herkunft oder die sonst  „irgendwie anders“ sind beleidigen? Vielleicht lassen sie es sich nicht immer anmerken, wie sie dadurch verletzt werden. 

Lassen Sie uns in diesem Sinne im Alltag Courage zeigen. Poing soll ein Ort sein, in dem jeder Mensch willkommen ist und sich wohl fühlen können soll. Machen wir es deutlich, wenn wir eine Bemerkung oder eine Handlung daneben finden, schreiten wir dagegen ein! 

Denn: Wer schweigt, macht sich mitschuldig.

Für den Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen
Yvonne Großmann
E-Mail: yvonne@remove-this.d-grossmann.com
Tel. 0179/2344876
www.gruene-poing.de

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