• Achtstöckiges Holzhaus in Bad Aibling © wikipedia

Plädoyer für Holzbauweise

Ebersberger Grüne stellen Antrag

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Auch Bauen muss ökologischer werden. Umweltfreundliche Materialien sollten den Vorzug bekommen, insbesondere der nachwachsende Rohstoff Holz.

30. Okt. 2020 –

Dazu stellt  die die Fraktion der Ebersberger Grünen folgenden Antrag an den Stadtrat:

Der Stadtrat beschließt, bei der Auswahl von Baustoffen nachhaltige und ökologische Produkte zu verwenden. Bei gleicher Eignung ist aufgrund seines CO₂–Vermeidungseffektes dem Baustoff Holz der Vorzug zu geben. Für die wirtschaftliche Bewertung der Investitionen soll dabei der gesamte Lebenszyklus (Erstellung, Nutzung/Unterhalt und Entsorgung) des Baustoffes betrachtet werden. Das eingesetzte Holz soll ein FSC oder PEFC Zertifikat besitzen. Der Beschluss soll grundsätzlich bei Neubauten, Anbauten, Sanierungen und bei Dämmmaßnahmen kommunaler Gebäude Anwendung finden. Soweit möglich, sollen Bauten in Holzbauweise ausgeführt werden und Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet werden.

Begründung: 2,6 Mio. ha Wald in Bayern bedecken 37% der Landesfläche. 2014 wurden nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft etwas mehr als 20 Mio. m³ nachhaltig geerntet. Holz vereint als nachwachsender Rohstoff, soweit es aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt, viele Vorteile. So dient es dem Klima- und Umweltschutz durch Speicherung von CO₂, mehrfache stoffliche Nutzbarkeit, Einsparung von Heizenergie und CO₂ durch sehr gute Dämmeigenschaften, Energiegewinn am Ende der Nutzungskette sowie Energieeffizienz bei Herstellung und Bereitstellung.
Ein weiterer Vorteil von Holz als Baumaterial liegt im Brandschutz. So ist Holz nach der deutschen Norm in der Klasse B2 (normal entflammbar) eingeordnet. Holzbauteile erreichen die Feuerwiderstandsklasse von F 30 bis F 60 (Feuerwiderstand von 30 Minuten bis 75 Minuten), da Holz die besondere Eigenschaft besitzt, an der Oberfläche zu verkohlen. Dadurch bildet sich eine Schutzschicht, die das weitere Abbrennen des Holzes behindert.
Außerdem bleibt durch die geringe Abbrand-Geschwindigkeit und die geringe Wärmeleitfähigkeit die Festigkeit und Tragfähigkeit der Bauteile verhältnismäßig lange erhalten. Der Grund hierfür liegt in der geringen Wärmeleitung des Holzes. Die Bauteile werden nur sehr langsam durchwärmt und bleiben formstabil. Die Holzbauteile selbst werden durch die einsetzende Holzkohlebildung geschützt und erhalten die Statik eines brennenden Gebäudes damit länger als bei anderen Bauweisen.
Aufgrund der technischen Fortschritte im Holzbau und Brandschutz können auch Holzhäuser in der Gebäudeklasse 5 genehmigt werden. Ein Beispiel für ein Haus dieser Kategorie, das bislang höchste Holzhaus in Deutschland mit einer Höhe von 25 Metern, wurde in Bad Aibling in Zusammenarbeit mit der TU München und der Hochschule Rosenheim verwirklicht.
Holz ist insbesondere im Landkreis Ebersberg wichtig, da es der regionalen Wertschöpfung mit Auftragsmöglichkeiten für regionale Handwerker mit der Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort dient. Darüber hinaus verfügen wir mit dem Ebersberger Forst über eine hervorragende regionale Verfügbarkeit des nachwachsenden Rohstoffes. In Hinblick auf die zu betrachtende Wirtschaftlichkeitsanalyse hat das Umweltbundesamt festgestellt: “Mit Hilfe der Lebenszykluskostenberechnung lassen sich Produkte unter Berücksichtigung aller relevanten Kosten auf ihre Wirtschaftlichkeit hin vergleichen. Umweltfreundliche Produkte erweisen sich dabei in vielen Fällen – selbst bei höheren Anschaffungskosten – als die wirtschaftlichste Variante.“

Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Stadtrat Ebersberg Dr. Marc Block 

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