• Nerze in "Farmen": für Mäntel oder Pelzbesätze ein Leben voller Qual © pixabay

Pandemien aus Zoonosen

Quittung für das Zerstören von Lebensräumen

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12. Nov. 2020 –

Immer weiter dringt der Mensch in bislang unberührte Lebensräume von Tieren vor, um sie sich wirtschaftlich nutzbar zu machen. Die Folge: Etwa drei Viertel der neu auftauchenden Krankheitserreger stammen aus zoonotischen Quellen, das heißt sie werden von (Wild-)Tieren auf Menschen übertragen. Auch die Corona-Pandemie ging bekanntlich von einem Markt in Wuhan, China, aus, auf dem Tiere verkauft wurden, die normalerweise in vom Menschen abgeschiedenen Wäldern leben.

Laut WWF handelt es sich bei 60 Prozent aller Infektionskrankheiten um Zoonosen; 72 Prozent davon stammen von Wildtieren. Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die auf natürliche Weise von Wirbeltieren auf Menschen übertragen werden und umgekehrt. Sie können von Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten und Prionen verursacht werden. Vogelgrippe sowie Schweinegrippe, Nipah-Virus, Ebola, HIV usw. sind zoonotischen Ursprungs.

Vor unserer Haustür, in den Niederlanden und Dänemark, gibt es traurige aktuelle Beispiele für schwere Corona-Ausbrüche durch Übertragung vom Tier - in diesem Fall artwidrig in Pelztierfarmen gehaltene Nerze - auf den Menschen. Seit dem Sommer infizierten sich über 200 Menschen mit ursprünglich bei Nerzen aufgetretenen Varianten des Coronavirus. Der von den Dänen als besorgniserregend eingestufte Cluster-5-Virustyp wurde bisher auf fünf Nerzzuchtanlangen und bei zwölf Menschen festgestellt. Diese Variante sei von den Tieren auf Menschen übertragbar, berichtete das ORF.  Sie sei zwar wohl nicht gefährlicher, aber es werde befürchtet, dass die derzeit entwickelten Impfstoffe weniger gut gegen diese Variante wirken. Mittlerweile wurde die Tötung von bis zu 17 Millionen Tieren (!) angekündigt und teilweise auch umgesetzt. Die rechtliche Grundlage dafür scheint allerdings fragwürdigt zu sein, hieß es im ZDF

Das "Grüne Tierschutzforum" meint dazu: "Massentierhaltung und Pandemiebekämpfung, das geht nicht zusammen! 15 bis 17 Millionen Nerze gibt es in mehreren Tausend Nerzfarmen in Dänemark. Wegen einer mutierten Form des Coronavirus werden sie alle (!) getötet. Diesen Wahnsinn könnten wir auf europäischer Ebene verhindern, wenn wir die Produktion, die Einfuhr und den Verkauf von Pelzen in Europa beenden. Daher: Für ein Europa ohne Pelzhandel!" Auch Grünen-Chef Robert Habeck  hat das Thema aufgegriffen. Er rief die europäischen Staaten dazu auf, Pelztierhandel generell zu verbieten. Die SZ zitierte ihn mit: "Wir haben andere Möglichkeiten, uns warm anzuziehen."

Einen wichtigen Anteil an der Zerstörung von Lebensräumen und damit an der Ausbreitung von Pandemien habe die Massentierhaltung. Darauf macht die vegane Gesellschaft Österreich aufmerksam: Gut 80 Prozent des zerstörten Amazonas-Regenwaldes seien heute Rinderweiden. Weitere Flächen fallen dem Futtermittelanbau zum Opfer. Dieses Vordringen in die Tiefen der Regenwälder bringe den Menschen mit gestressten Wildtieren in Kontakt, die für unser Immunsystem völlig fremde Viren übertragen. 

B.G., November2020

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