Ja zu Klimaschutz!

Energie von hier für uns.

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10. Mai. 2021 –

Am 16. Mai stimmen die Bürger*innen im Landkreis Ebersberg über die fünf geplanten Windräder im Ebersberger Forst ab. Der Abstimmungstext lautet:

„Sind Sie dafür, dass der Landkreis Ebersberg zur Erreichung der Ziele des Klimaschutzes und zur Förderung der Landschaftspflege die ihm zur Verfügung stehenden grundstücksrechtlichen Möglichkeiten ausschöpft, um darauf hinzuwirken, dass im Ebersberger Forst maximal fünf Windräder errichtet werden?"

Wir sind entschieden dafür an dieser Stelle mit „JA“ zu stimmen.

Wir brauchen die Windräder, um so schnell wie möglich von Atomstrom und fossilen Energieträgern unabhängig zu werden. Nur so können wir dem Klimawandel etwas entgegen setzen und wirtschaftlich konkurrenzfähig bleiben. Die fünf Windräder im Forst könnten 15.000 Haushalte mit Strom versorgen. Das sind 20% aller Haushalte im Landkreis oder 10% des gesamten Strombedarfs. Sie bieten eine gewinnbringende Geldanlage, da die Bürger*innen sich an den Anlagen beteiligen können. Die Wertschöpfung bleibt in der Region und unansehnliche Stromtrassen werden bei dieser dezentralen Erzeugung von Strom reduziert.

Die Windenergieanlagen (WEA) im Forst sind nach dem Windrad bei Hamberg der nächste wichtige und längst überfällige Schritt bei der Energiewende im Landkreis Ebersberg. Bis 2030 soll der Landkreis zu 100% aus erneuerbaren Energie versorgt werden. Dieses Ziel ist kein Tagtraum und auch nicht naiv, sondern orientiert sich an den realistischen Bedrohungen und Chancen der Klimakrise.

Leider wird die Aufstellung der Windräder im Forst von einigen kritisch gesehen. Die 10H-Regel jedoch macht die Installation von WEA außerhalb des Forsts momentan so gut wie unmöglich. Die Gemeinden könnten sich entscheiden, die 10H-Regel individuell auszusetzen doch die Prüfung und Genehmigung eines neuen Standortes würde wieder viel Zeit in Anspruch nehmen. Zeit, die wir nicht mehr haben. Der Klimawandel steht mit sinkenden Grundwasserspiegeln, wärmeren und längeren Sommern, kürzeren Wintern und häufigeren Extremwetterereignissen auch schon direkt vor unseren Haustüren. Mittelfristig wird der Ebersberger Forst mit seinen zahlreichen Fichten dieser Belastung nicht standhalten können. Den besten Schutz, den wir dem Forst angedeihen lassen können, ist der Klimaschutz und das geht nur mit Windkraft. Sie lässt sich sehr gut mit Strom aus Photovoltaikanlagen kombinieren, ist regional verfügbar und kostengünstig.

Wir müssen schnell handeln. Jeder weitere Monat, in dem die Energiewende nicht mit großen Schritten voranschreitet, verkürzt die Lebenserwartung unseres Waldes und hat noch bei weitem besorgniserregendere Folgen.

Wir brauchen die Windräder und müssen zum Schutz des Forstes sichere rechtliche Bedingungen schaffen. Der Ebersberger Forst ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Süddeutschlands und genießt teilweise den Status eines Landschaftsschutzgebiets. Die Energieagentur Ebersberg schreibt dazu:„Oberstes Kriterium des Kreistages ist es, dass die Schutzwirkung des Landschaftsschutzgebiets weiter erhalten bleibt, bis zu fünf Windenergieanlagen aber möglich werden. Dies schließt die Erhaltung des geschlossenen Waldgebiets und das Verbot der Errichtung von Straßen und anderen Industrieanlagen ein. Der bayerische Windenergie-Erlass zeigt verschiedenen Möglichkeiten auf, wie eine Modifizierung einer Landschaftsschutzgebietsverordnung bei gleichzeitigem Erhalt der Schutzwirkung ausgestaltet werden kann.“ Zum Beispiel darf die Zufahrt zu den Windrädern nur auf einem ohnehin bereits vorhandenen Geräumt verlaufen, dessen Beschaffenheit nicht verändert werden darf. Dadurch wird verhindert, dass durch die Baumaßnahme eine Barriere, wie z.B. eine asphaltierte Straße, für die Tiere des Waldes entsteht.

Die Fläche, die zur Aufstellung der Windenergieanlagen benötigt wird beträgt nur 0,014% der gesamten Waldfläche (Zitat windkraft-zorneding.de) und wird durch Ausgleichsflächen, die unmittelbar an den Forst anschließen überkompensiert.

Die Angst vor Infraschall ist unbegründet. Dazu gibt es aussagekräftige Studien. Zum Beispiel stellt das Landesamt für Umwelt in Baden Würtemberg fest, dass die Infraschallpegel von Windrädern auch bei geringen Abständen von 120-300 Metern unter der menschlichen Wahrnehmungsschwelle lägen. Infraschall ginge ohnehin von einer Vielzahl von natürlichen und technischen Quellen aus. Er sei alltäglicher und überall anzutreffender Bestandteil unserer Umwelt. Ob Straßenverkehr, Kühlschrank oder das Rauschen der Blätter im Wind … alles beinhalte Infraschall. Im Fall der rauschenden Blätter, sogar mehr als bei Windkraftanlagen.

Zum Schutz von Vögeln und Fledermäusen können Windkraftanlagen sogar einen Beitrag leisten. Die Kollisionen von Vögeln mit Windrädern (100.000 im Jahr 2018) sind im Vergleich zu denen mit Autos oder Fenstern (185.000.000 im Jahr 2018) eher gering (Zitat windkraft-zorneding.de) Jeder tote Vogel ist einer zu viel aber Fakt ist auch, dass die eigentliche Ursache des Vogelsterbens in den ausufernden Monokulturen unserer Landwirtschaft begründet liegt, in denen die Vögel keine Nahrung finden. Auch der Anbau von Mais für Biogasanlagen verschlechtert diesen Trend. Eine stärkere Nutzung der Windenergie würde uns vom Biogas unabhängiger machen und somit die Möglichkeiten für nachhaltigen Vogelschutz verbessern. Außerdem ist Klimaschutz auch immer Artenschutz, weil er zum Erhalt von Lebensräumen beiträgt. Des Weiteren verfügen moderne WEA über Abschaltsysteme zum Schutz von Fledermäusen und Vögeln.

Wir sagen JA zur Energiewende auch bei uns! Und damit JA zum Erhalt von Lebensräumen, zur Rettung des Waldes und letztendlich zur Rettung unser aller Lebensgrundlagen. Auch wir im Landkreis haben die Möglichkeit, nach dem Motto „Global denken, lokal handeln“ unseren wichtigen Beitrag zu leisten. Darum stimmen auch Sie bei diesem Bürgerentscheid mit „JA“.

Weiterführende Links

https://gruene-ebersberg.de/themen/nachricht/ja-zur-energiewende-auch-bei-uns/

https://www.windenergie-landkreis-ebersberg.de/Projekte/Ebersberger_Forst/Der_Ebersberger_Forst

https://windkraft-zorneding.de/fakes-versus-fakten.html

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