• Neben dem Gasthof Hölzerbrau baut ein Investor Gewerbeflächen und Wohnungen. Umstritten ist die Zahl der Stellplätze in der Tiefgarage ©b.goldner

Innovatives Mobilitätskonzept

... eine Chance für Ebersberg!

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Vorschläge, wie bei der Bebauung des Hölzerbräu-Geländes Parkplätze ohne Mobilitäts-Einbußen einzusparen sind, finden in der Grünen Fraktion großen Anklang.

23. Jan. 2021 –

Mobilität zu ermöglichen im Einklang mit ökologischen Prinzipien ist eine der größten Herausforderungen der Kommunalpolitik. Für das Hölzerbräu-Gelände im nördlichen Ebersberger Stadtzentrum hat jetzt ein Münchner Entwickler für Stadt- und Verkehrskonzepte einen gangbaren Weg gezeigt. Die Planerinnen und Planer präsentierten eine Möglichkeit, wie die Zahl der Tiefgaragen-Stellplätze deutlich abzusenken wäre, indem für die Bewohner in dieser zentralen Lage das Mobilitätsangebot umfassend erweitert würde und Synergieeffekte bei den Gewerbebetrieben genützt würden. Zum attraktiven Mobilitätsangebot für die potentiellen Bewohner gehören unter anderem Serviceangebote wie Carsharing, vergünstigte und buchbare ÖPNV-Tickets, Räume für die Unterstellung und Reparatur von Fahrrädern und mehr.
Noch ist nicht klar, wie viele Wohnungen und wieviel Gewerberaum auf dem Gelände entstehen werden. Das Projekt ist eine Ideenskizze, die der sich entwickelnden Planung kontinuierlich angepasst werden muss.
Jürgen Friedrichs, Sprecher für Mobilität in der grünen Stadtratsfraktion, hält den Ansatz dennoch für eine „einmalige Chance“, auch im kleinstädtischen Raum einer nicht autozentrierten Mobilität zum Durchbruch zu verhelfen. Es handele sich um ein komplett neues Wohn- und Gewerbegebiet, in dem man nicht erst gewachsene Verhaltensweisen der Mobilität verändern müsse, sondern neue Konzepte von Anfang an klar kommunizieren könne. Das innerstädtische Gelände werde im Ballungsraum München so attraktiv sein, dass sich potenzielle Käufer leicht finden werden, für die bei diesem Angebot ein reduzierter Stellplatzschlüssel eine untergeordnete Rolle spielt, prophezeite Friedrichs.
„Es ist inkonsequent, sich über den belastenden Autoverkehr zu beschweren und gleichzeitig die Stadt weiterhin autozentriert zu planen“, hob er hervor. Wer den Klimaschutz ernst nimmt, müsse auch auf lokaler Ebene das Mobilitätsverhalten ändern. „Wir haben den unschätzbaren Vorteil, dass es sich beim Hölzerbräu-Areal um ein zentrumsnahes Gelände handelt. Von dort aus könnte man fußläufig und mit dem Rad alle wichtigen Orte der Stadt gut erreichen kann.“ Gleichzeitig ergänzten sich die Pläne gut mit den Überlegungen, in Ebersberg einen Stadtbus einzurichten. Friedrichs ist überzeugt, dass sich selbst ein Besucheransturm zu den in ganz Oberbayern bekannten Kulturstätten Altes Kino und Alter Speicher mit der S-Bahn und Zubringer-Bussen gut bewältigen ließe. „Vielleicht braucht es auch einen Anreiz, um den kulturhungrigen Besuchern das ÖPNV-Angebot der Stadt schmackhaft zu machen. Und für die Stadt Ebersberg, dieses deutlich attraktiver zu gestalten“, setzte er hinzu. 

Von: Claudia Peter

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