• Der neue Fleischatlas der Heinrich-Böll-Stiftung

"Fleischatlas 2021" vorgestellt

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Die aktuelle Auflage des Fleischatlas von Böll-Stiftung und BUND zeigt, dass die weltweite Nachfrage nach Fleischprodukten wächst. Junge Menschen sehen die Fleischindustrie aber zunehmend kritisch.

15. Jan. 2021 –

Die "Abhängigkeit vom Weltmarkt schadet der Umwelt, den Tieren und den bäuerlichen Betrieben. Auf immer weniger Höfen leben immer mehr Tiere“, so der BUND-Vorsitzende Olaf Brandt im aktuellen Atlas.

2019 wurden in Deutschland über zwei Millionen Tiere pro Tag geschlachtet, darunter 1,7 Millionen Hühner, 151.000 Schweine und 94.000 Puten. Die Hälfte der Tiere wurde in drei großen Unternehmen verarbeitet. Dass ein paar wenige Firmen in Deutschland so erfolgreich werden können, liege an den schlechten Arbeitsbedingungen, so der Atlas.

Eine Umfrage aus dem Fleischatlas zeigt allerdings, dass sich 13 % der 15- bis 29-Jährigen vegetarisch oder vegan ernähren. Die Zahl ist gestiegen: Vor zehn Jahren waren es gerade einmal 4 %.Die Mehrzahl der jungen Menschen fordert eine Klimakennzeichnung von Lebensmitteln, strengere Tierschutzgesetze und ein Tierschutzlabel. 

Renate Künast schrieb dazu:

"Das Modell Billigfleisch ist eben nicht das größte Glück wie uns angepriesen wird. Die Fleischindustrie funktioniert heute durch Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur. Das ist kein Glück, sondern gefährdet unsere Gesundheit und unsere Lebensgrundlagen.
Die gute Nachricht aber lautet, dass besonders junge Verbraucher*innen sich gesund ernähren, Tiere und das Klima schonen wollen. Daher steigt die Nachfrage nach pflanzlichen Produkten aus Soja, Erbsen und Lupinen stetig. Neue Produkte werden kommen, die Entwicklung schreitet fort.
In der Verbindung von Tierschutz und Ökologie steckt aber auch eine Chance für mehr regionale Wertschöpfung. Tierische Produkte müssen verpflichtend gekennzeichnet werden, die rechtlichen Tierhaltungs-Standards müssen deutlich angehoben werden, es muss ein Tierschutzcent zum Umbau der Tierhaltung aufgelegt werden und die öffentliche Beschaffung muss auf vorrangig regionale, ökologische pflanzliche Produkte umgestellt werden.
Verbraucher*innen haben das Recht auf mehr Transparenz über ihre Lebensmittel. Deshalb ist ein Lieferkettengesetz dringend notwendig. Es muss klar erkennbar sein, ob das Tier draußen auf der Weide stand oder mit Soja gefüttert wurde, das von ehemaligen Regenwaldflächen stammt.
Um der Landwirtschaft Planungssicherheit zu verschaffen muss zudem die Abstockung des Viehbestands eingeleitet werden. Es wäre nicht fair, der Landwirtschaft hier mit Blick auf die Tierzahlen irgendwelche falschen Versprechungen zu machen.
Stattdessen wird die Fleischindustrie heute noch mit Milliarden an Steuergeldern subventioniert, allen voran durch die ungerichtete Agrarpolitik der Europäischen Union. Stellschrauben, die Deutschland zur Verfügung stehen, werden von der Bundesregierung nicht genutzt.
In der dringend notwendigen Fleischwende liegt eine Chance für die Landwirtschaft.

Das Ziel ist klar: Wir müssen immer weniger Tiere immer besser halten."

Hier kann man den Fleischatlas online lesen, downloaden oder bestellen: www.boell.de/fleischatlas 

Januar 2021

 

 

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