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  • Vor der Aßlinger Bahnunterführung: hier fehlt ein Aufzug. V.li.: Passantin, Ottilie Eberl, MdL Gisela Sengl, Bürgermeister Hans Fent, Konrad Eibl, Waltraud Gruber.©Foto: Sebastian Gruber

Barrierefreiheit steht in den Sternen

Keine Verbesserungen für den Bahnhof Aßling

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Der Aßlinger Bahnhof ist alles andere als barrierefrei. Viele Bürgerinnen und Bürger haben 2015 eine Petition unterzeichnet um das zu ändern. Genützt hat es wenig, wie jetzt Gisela Sengl (MdL) auf Nachfrage erfuhr.

28. Sep. 2018 –

Im November 2013 hatte der damalige Ministerpräsident in seiner Regierungserklärung versprochen, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)  bis 2023 in Bayern barrierefrei zu gestalten. Doch der Aßlinger Bahnhof  ist immer noch nicht barrierefrei und wird es noch länger bleiben. Und das obwohl viele Bürgerinnen und Bürger 2015 eine Petition unterzeichnet hatten, um das Versprechen des Ministerpräsidenten einzufordern.

Der Aßlinger Bahnhof wird täglich von bis zu 1600 Fahrgästen genutzt. Doch der Bahnhof bietet ein trauriges Bild. Weder sind die Bahnsteige stufenfrei über Rampen oder Aufzüge zu erreichen noch ist die Bahnsteighöhe an die Fahrzeuge angepasst oder sind Orientierungshilfen am Boden für sehbehinderte Menschen vorhanden. 

Waltrud Gruber, Gemeinderätin und Listenkandidatin für den Landtag, fährt selbst oft mit dem Zug nach München: „Wenn die Fahrgäste am Bahnhof stehen, dann fragen sich viele, was eigentlich aus der Petition vom Juli 2015 geworden ist.“  Damals wurden in der VG Aßling, Emmering, Frauenneuharting 2100 Unterschriften für den barrierenfreien Ausbau des Bahnhofs gesammelt und im  Landtag eingereicht.

Bürgermeister Hans Fent, Waltraud Gruber und der Gemeinderat Konrad Eibl waren bei der Sitzung am 26.11.2015 im Landtag anwesend, als die Petition behandelt wurde.

Angeblich zufriedenstellender Zustand

Die Staatsregierung gab 2015 in ihrer Stellungnahme an, dass der Bahnhof Aßling aufgrund des „zufriedenstellenden Anlagenzustandes und der im Vergleich zu anderen Bahnhöfen relativ geringen Ein- und Aussteigerzahlen“ nicht berücksichtigt werden könne. Der Freistaat wolle, so die Stellungnahme, „sein großes Engagement für die Barrierefreiheit im Schienennahverkehr auch über das Jahr 2018 hinaus fortsetzen.“ Dabei sollte dann auch der Bahnhof Aßling wieder in die Betrachtung mit einbezogen werden.

Auf Grund dieser Stellungnahme der Staatsregierung wurde die Petition dann als erledigt erklärt. Tenor der CSU damals „wenn das bayerische Ausbauprogramm fortgeführt werde, solle „der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs Aßling intensiv geprüft werden.“

Barrierefreier Bahnhof bringt Vorteile für alle

Ganz anders sah das die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung. Sie forderte deutlich mehr Anstrengungen und forderte  vor allem die barrierefreie Erschließung auch kleinerer Bahnhöfe. Außerdem würde die Barrierefreiheit nicht nur Menschen mit Behinderung nutzen, sondern allen Bürgerinnen und Bürgern in Bayern. Komfortabel für jeden von uns, würden aber insbesondere ältere Menschen, Reisende mit schwerem oder unhandlichem Gepäck, Eltern mit Kinderwagen oder auch Radfahrer davon profitieren. Aber ihre Argumente verhallten.

Bayernpaket 2

2016 wurde dann das ˂Bayernpaket 2> gemeinsam mit dem  Freistaat verabschiedet. Es behandelt alle Ausbaupläne für Bahnhöfe mit mehr als 1000 Reisenden (also auch Aßling) für die Jahre bis 2019.

MdL Gisela Sengl holt Erkundigungen ein

Auf Einladung der Grünen kam die Landtagsabgeordnete Gisela Sengl im  August 2018  nach Aßling und versprach, sich über den Stand zu erkundigen. Die Antwort, die Gisela Sengl im  Forum "Dialog Deutsche Bahn AG - Bayerischer Landtag" am 25. September 2018 gegeben wurde, ist ernüchternd: "Auch beim aktuellen Programm, dem ˂Bayernpaket 2>,  ist Aßling leider wieder nicht dabei. Und das obwohl es alle Ausbaupläne bis 2021 für Bahnhöfe mit mehr als 1000 Reisenden behandelt." Aßling wurde deshalb nicht mit aufgenommen, weil laut Aussage des zuständigen Bahnsprechers, „die Anlagen in gutem Zustand sind und die Reisendenzahlen geringer sind als an anderen Stationen.“

Wahlversprechen nicht gehalten

Waltraud Gruber: „Das Versprechen, Bayern bis 2023 im öffentlichen Raum und im Öffentlichen Personennahverkehr barrierefrei zu gestalten, wird nicht gehalten. Aktuell sind bayernweit nur acht Bahnhöfe im neuen Programm. Enttäuscht wird, wer darauf vertraut hat".

Selbst das Staatsministerium spricht von vielen Bahnhöfen in Bayern, die derzeit keine Perspektive auf einen barrierefreien Ausbau haben.

Wann Aßling also barrierefrei ausgebaut wird, steht in den Sternen. Frühestmögliche Verhandlung darüber sind 2020/2021.

→ Ein in Verbindung stehender Artikel: Bahnhof Aßling. Notwendig: Besserer Schallschutz und Barrierefreiheit

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