S

Bündnis 90/Die Grünen

im Landkreis Ebersberg

Regelmäßig Neuigkeiten aus dem Ebersberger Landkreis? Hier für den Newsletter anmelden

  • ©Foto: Grüne Jugend Ebersberg
  • ©Foto: Grüne Jugend Ebersberg

Bäume ja, aber die Mauer muss weg!

CSU-Denkmal zum Tag der Deutschen Einheit voll daneben

Teilen!

05. Okt. 2020 –

Es ist sehr begrüßenswert, bei uns vor Ort der Geschichte der mit viel menschlichem Leid verbundenen Teilung Deutschlands, der friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung einen Platz zu geben. Die gewählte Form, ein „wachsendes Denkmal für die Deutsche Einheit“, wie es bereits in vielen hunderten deutschen Städten und Gemeinden gepflanzt wurde, ist im Grunde eine schöne Idee. Tatsächlich ist die Aktion um den CSU-Kreisvorsitzenden Thomas Huber in Grafing zwar gut gemeint, aber durch die zusätzlich aufgestellte Mauer aus mehrfacher Sicht problematisch.

Erstens: Seit wann wird im CSU-Parteivorstand und nicht im Stadtrat entschieden, wie ein öffentlicher Platz umgestaltet und in das Gesamtkonzept eines Landschaftsplaners eingegriffen wird? 

Zweitens: Erinnerungskultur ist mehr als das Aufstellen eines Gedenksteins – vielmehr ist es ein gesellschaftlicher Prozess, in dem verhandelt wird, an was, wo und wie wir gedenken wollen. Das sollte unter breiter Einbindung geschehen, und nicht im Hau-Ruck-Verfahren.

Drittens ist die Symbolik ausgerechnet einer Mauer – dem Symbol der Teilung Deutschlands – völlig unklar. Was kann uns das sagen? Nichts.

Es bleibt der fade Beigeschmack, dass es in erster Linie darum ging, dass die vier Honoratiorinnen und Honoratioren der CSU sich mit ihren zeitlichen befristeten Ämtern auf Dauer ein Denkmal setzen wollten. Anders ist der wuchtige Betonklotz, der in seiner Anmutung samt der Einfassung mit weißen Marmorkieseln an einen Grabstein erinnert, kaum zu erklären. Jetzt bleibt zu hoffen, dass der Grafinger Stadtrat die Reißlinie zieht und ein gemeinsamer Weg für das Erinnern und die Gestaltung des Stadtparks gefunden wird.

Stefan Kisters, Grafing
Thomas von Sarnowski, Ebersberg, Kreisrat, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Waltraud Gruber, Aßling, Fraktionsvorsitzende im Kreistag, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 

Nachdem diese Presserklärung veröffentlicht wurde, hat die Grüne Jugend Ebersberg am 5.10.20 mit einer Aktion ihren Unmut gezeigt. Sie "grundierte" die graue Mauer mit grüner Farbe.

Pressemitteilung der Grünen Jugend Grafing:

Bäume zur Wiedervereinigung okay. Aber warum baut Bauer eine Mauer?

Wir haben als Teil der Grafinger (grünen) Jugend die Chance zur Gestaltung der neuen Mauer im Grafinger Stadtpark genutzt. Hier unsere Erklärung zu der Aktion:

Vergangenes Wochenende hat die Grafinger CSU in einem großen Festakt das 30-jährige Jubiläum der Wiedervereinigung gefeiert. Dabei wurden Bäume von sämtlichen CSU Stimmkreisabgeordneten sowie vom ersten Bürgermeister Christian Bauer gepflanzt. Dieses Zeichen begrüßen wir natürlich. Doch gleichzeitig wundern wir uns, warum gerade zum Gedenken an die Wiedervereinigung eine neue Mauer gebaut wird. Darüber hinaus stellen wir insbesondere die Vorgehensweise beim Bau der Mauer in Frage, weil sie nicht mal im Grafinger Stadtrat genehmigt wurde. Als Jugendorganisation der Partei BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN, hätten wir uns ein, parteiübergreifendes Zeichen gewünscht, dass dem Gedanken der Wiedervereinigung würdig ist. Gerade vor dem Hintergrund, dass unsere Partei ein Zusammenschluss aus Grünen und der Bürgerrechtsvereinigung Bündnis 90 ist, welche sich in der DDR für den Fall der Mauer eingesetzt hat.

Da wir uns auch als Teil der Grafinger Jugend sehen, haben wir das Angebot von Landtagsabgeordneten Thomas Huber (Insta Post vom 2.10), die Mauer mit Graffiti zu verschönern dankend angenommen. Wir haben einen ersten Schritt gemacht und die gestern noch triste, graue Betonmauer grundiert. Wir hoffen dass sich noch viele junge Grafinger an der Verschönerung  des Denkmals beteiligen. Nichtsdestotrotz hoffen wir auch, dass es im Grafinger Stadtrat noch zu einer parteiübergreifenden Lösung kommt, wobei man das Gedenken dann nicht-parteiischen Personen widmen könnte, so dass der Stadtpark nicht dauerhaft im Zeichen einer politischen Gruppierung vereinnahmt ist.

Siehe auch einen weiteren Artikel dazu: Stadträtin Ottilie Eberl fordert Entfernung des sogenannten Mauerdenkmals

« Zurück | Organiser: Nachricht »

Termine

04. Nov, 19:30 Uhr

Grüner Treff

Offener Treff der Plieninger Grünen

09. Nov, 19:30 Uhr, Poing

OV Treffen Poing

Die Poinger Grünen laden zu ihrem öffentlichen Treffen ein

13. Nov, 15:00 Uhr

1. EBE Stadtgespräch: verschoben wegen...

Unsere Stadt gemeinsam entwickeln – Experten informieren und diskutieren mit Ebersberger*innen Visionen einer ökologisch, sozialen Stadtentwicklung

Diese Website ist gemacht mit TYPO3 GRÜNE, einem kostenlosen TYPO3-Template für alle Gliederungen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
TYPO3 und sein Logo sind Marken der TYPO3 Association.