• Demonstration zur Agrarwende im Januar 2021 in Berlin ©nick.jaussiwww.wir-haben-es-satt.de

Agrarwende unerlässlich für den Klimaschutz

Subventionen umleiten, Pflanzenkost fördern!

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11. Nov. 2021 –

 Auf der Landesdelegiertenkonferenz Anfang November in Augsburg wurde beschlossen, dass zu den "drei Säulen des Klimaschutzes"  neben den Verkehrs- und Energiewenden auch die Agrarwende zählen muss.

Hier der Antrag im Wortlaut:

Die Grünen Bayern erkennen an, dass der Klimaschutz und das Erreichen der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens notwendigerweise auf drei Säulen stehen: Energiewende, Verkehrswende und Agrarwende. Alle drei werden bei Debatten zum Klimaschutz als Dreiklang genannt, um ein Bewusstsein für notwendige Veränderungen in der Landwirtschaft und damit einhergehend im Bereich des Lebensmittelkonsums deutlich zu machen und unsere Grüne Haltung zu festigen.
Begründung:
Die industrielle Tierhaltung ist unbestritten eine der Hauptursachen der globalen Klimaerwärmung.
Unter anderem diese Tatsache (neben Tierschutzgedanken) war ausschlaggebend für Parteibeschlüsse auf Bundesebene und vielen Landes- und Kreisebenen, bei öffentlichen Partei- und auch Fraktionsveranstaltungen zumindest kein Fleisch mehr zu konsumieren (in Bayern einstimmig im Landesausschuss 2019: Antrag der LAG ÖTUN).
In öffentlichen Debatten, auch zuletzt im Bundestagswahlkampf, spielt das Thema Landwirtschaftswende jedoch nahezu gar keine Rolle - auch bei uns Grünen. Klimaschutz wird einzig auf die mittel- und langfristig umsetzbaren Säulen Energie- und Verkehrswende reduziert.
Das wollen wir ändern! Denn ohne Landwirtschaftswende sind die Klimaziele von Paris, ist eine klimaneutrale Bundesrepublik schlicht nicht möglich. Die Zahlen für die industrielle Tierhaltung in Deutschland variieren je nach der individuellen Berechnungsgrundlage. Faktoren wie die Zucht von Tieren, Tiertransporte, Futtermitteltransporte, Kühlung, Schlachtung, Verarbeitung, Verpackung, Recycling und Entsorgung werden entweder Deutschland zugerechnet oder anderen Ländern, bzw. anderen Sektoren, wie zum Beispiel dem Verkehr (Transporte).
Ein Kilogramm Rindfleisch verursacht bis zu 335 Kilogramm Kohlendioxid - anschaulich vergleichen Forscher dies mit 1.600 Kilometern Autofahrt. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist die Tierhaltung weltweit für 14,5 % der von Menschen verursachten Treibhausgase verantwortlich – das unabhängige Worldwatch Institute kommt sogar auf einen Anteil von mindestens 51 %. Abhängig ist das Ergebnis auch hier davon, wie umfassend die Aspekte Landnutzung, Verdauung, Düngung und Produktionsketten der Massentierhaltung betrachtet werden.
Deswegen wollen wir die Subventionen umleiten: Öffentliches Geld für öffentliche Leistung zugunsten des Klimaschutzes. Deswegen fordern wir eine deutliche Reduzierung unserer Tierbestände einhergehend mit einer Sensibilisierung für ein Umdenken bei unserer Ernährung, weg vom täglichen Fleisch, hin zu mehr gesunder Pflanzenkost. Nur so lassen sich Ausgleichsimporte auf den deutschen Markt aus anderen Ländern vermeiden.
Klimaschutz findet auch auf unseren Tellern statt. Und Klimaschutz hat positive Auswirkungen auf das Tierwohl, wenn weniger Tiere mehr Platz haben und artgemäße, tiergerechte Haltung bezuschusst wird, statt Betriebe zu belohnen, die einfach nur viel Fläche besitzen.
Aktiver, zukunftsorientierter Klimaschutz bedeutet bei uns GRÜNEN:

  • Verkehrswende
  • Energiewende
  • Agrarwende

Nur wenn wir alle Bereiche zusammen denken, zusammen benennen, gemeinsam bewerben, können wir unsere Klimaziele erreichen: in Dörfern, Städten, Kreisen, Bezirken und in ganz Bayern.

Arne Brach aus dem Sprecherteam brachte den Antrag ein, ab 5:46:00 hier mit Gegenrede zu sehen. 

November 2021

 

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