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A Friday for Anzings Future

Klimaschutzmanager Hans Gröbmayer zu Gast in Anzing

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Die Anzinger Grünen luden am Freitag, den 31.01.2020 in das Gemeindehaus ein, um mit Hans Gröbmayer, der Landratskandidatin Waltraud Gruber und dem Bürgermeisterkandidaten Tobias Finauer über die Energiewende vor Ort zu diskutieren.

10. Feb. 2020 –

 

Bereits im Mai 2013 verabschiedete der Anzinger Gemeinderat ein Leitbild mit Handlungsempfehlungen zur Energiewende. Letzte Woche lud der Ortsverband der Grünen zu einem ‚Friday for our Future‘ ins Gemeindehaus ein, um an Hand der aktuellen Daten zu beleuchten, wie es um die Chancen des Dorfes steht, das Ziel einer nachhaltigen Energieversorgung bis 2030 zu erreichen, das vom Kreistag schon 2006 beschlossen wurde.

Tobias Finauer, der Bürgermeisterkandidat der Partei, verwies in seiner Begrüßung darauf, dass die erneuerbaren Energien mittel- und langfristig deutlich billiger seien als die fossilen. Eine dezentrale Energieversorgung mache es viel leichter, die Bürger*innen selbst zu Produzenten zu machen und sie damit an den Erträgen zu beteiligen – beispielsweise durch die Mitgliedschaft in einer Genossenschaft. „Durch einen gemeinsamen Lösungsansatz können nachhaltige Energieprojekte mit Bürgerbeteiligung sich auch sehr positiv auf das Zusammenleben im Ort auswirken“, meinte er.

„Wir sind besser aufgestellt als viele andere Landkreise, aber ob wir die Energiewende schaffen, ist fraglich,“ begann die Kandidatin der Grünen für die Landratswahl, Waltraud Gruber ihren Beitrag. Hans Gröbmayr, der Klimaschutzmanager und Hauptreferent des Abends habe Großartiges geleistet. Mit der Gründung des kommunalen Energieversorgers Eberwerk und der Energieagentur Ebersberg-München könne die lokale Energiewende vorangebracht werden. Aber es sei offensichtlich, dass Solar- und Windenergie in den letzten Jahren von der Politik in Land und Bund ausgebremst worden seien. Mit der 10-H-Regelung des Ex-Ministerpräsidenten Seehofer sei der Ausbau in Bayern fast zum Erliegen gekommen. Und der Beschluss des Kreistags, einen Ratsentscheid über Windenergie im Ebersberger Forst zu initiieren, werde zumindest zu einer weiteren Verzögerung der Planungen führen.  

Zu Beginn verdeutlichte Hans Gröbmayer an Hand von Fotos die schon jetzt spürbaren Folgen des Klimawandels und machte klar, wie wichtig eine schnelle Reduktion des CO2-Ausstoßes sei, denn je früher unsere Maßnahmen einsetzten, umso weniger drastisch müssten sie sein. 

Für den Landkreis heiße das – nur bezogen auf die Stromerzeugung -, dass die zur Verfügung stehenden Erneuerbaren Energien bis 2030 verfünffacht werden müssten. 

Die Energieagentur hält aber auch sämtliche Zahlen zum Energieverbrauch für Anzing bereit, woraus dann konkrete Handlungsoptionen abgeleitet werden können. Gröbmayrs Statistiken belegen, dass der Endenergieverbrauch (Strom, Wärme und Verkehr) in der kleinen Gemeinde von 2012 bis 2016 gestiegen ist. Nur ein Bruchteil wurde regenerativ erzeugt. Verantwortlich für den wachsenden Verbrauch waren vorallem die Bereiche Gewerbe und Verkehr. 

Den letzten Teil seines Vortrags widmete er den Möglichkeiten, die jeder habe, um der drohenden Klimakrise zu begegnen. Seine erste Antwort: Wir müssten unser Konsumverhalten ändern. Fast ein Drittel des Fußabdrucks sei eine Folge unseres Konsums. Neben der Einsparung von Energie müssten die Anzinger sich aber vor allem um den Ausbau regenerativer Energien bemühen. Und die Windenergie sei nun einmal die bei weitem effizienteste Technologie. Die ursprüngliche Konzentrationsflächenplanung des Landkreises habe einen möglichen Standort für ein Windrad nördlich der Autobahn zwischen Anzing und Forstinning ausgewiesen. 

Daneben müsse vor allem das Thema Heizungsenergie angegangen werden. Es gehe um Solarthermie, um Nahwärmesysteme, um energetische Sanierung von Gebäuden, um die Nutzung von Wärmepumpen usw.

Im zweiten Teil des Abends entspann sich eine intensive Diskussion darüber, was in Anzing versäumt oder erreicht wurde, und was zukünftig getan werden müsse. Man war sich einig, dass die mangelnde Zuverlässigkeit des MVV die Menschen davon abhalte, vom PKW auf den ÖPNV umzusteigen. 

Hans Gröbmayr verwies zudem auf die mangelnde Beachtung energetischer Belange bei Neubaugebieten. Reinhard Oellerer, langjähriger Anzinger Gemeinderat der Grünen, fasste die Fortschritte und Defizite so zusammen. „Vor 20 Jahren wurde der Bau von PV-Anlagen noch als hässlich abgelehnt. Inzwischen sind sie akzeptiert. Und vor ein paar Jahren hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, das Stromnetz für das Eberwerk zurückzukaufen. Aber die Erkenntnis, dass sich der innerörtliche Verkehr nur eindämmen lässt, indem man den Radverkehr fördert, lässt noch auf sich warten. Es gibt noch viel zu tun.“ 

 

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