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Bündnis 90/Die Grünen

im Landkreis Ebersberg

Wahlperiode 2014-2020

KINDER UND JUGEND

 

Jugend

Die Gemeinde sollte Jugendinteressen in der alltäglichen Kommunalpolitik offen gegenüber stehen. Die Sozialarbeiter in der Gemeinde leisten hervorragende Arbeit insbesondere im präventiven Bereich. Für die anstehenden Aufgaben ist der Bereich mit 1,5 Stellen aber vollkommen unterbesetzt. Wir treten dafür ein, dass dieser Bereich zu Beginn der nächsten Legislaturperiode personell aufgestockt wird. Bereits Kinder im Grundschulalter zeigen zunehmend schulische, häusliche und soziale Probleme. Hier fordert die Grüne Liste die Einstellung eines weiteren Sozialpädagogen. Wenn für diese Probleme der noch jungen Schüler schon frühzeitig Lösungen gesucht und gefunden werden, sind die Chancen jedes Einzelnen sehr viel größer, Normalität im Schulalltag, im Familienleben und auch im sozialen Alltag erleben zu dürfen. Rechtzeitige Prävention statt späterer Intervention!

Kinder und Jugendliche sollen sich nicht nur in jährlich stattfindenden Jungbürgerversammlungen äußern können. Eine Einbindung der Jugendlichen in politische Entscheidungen ist eine Aufgabe, die langfristig angelegt werden muss. Die Gemeinde darf sich von Anlaufschwierigkeiten und Rückschlägen nicht entmutigen lassen.

Gemeindliche Jugendpolitik sollte Abschied davon nehmen, der Jugend fertige Freizeitangebote zu servieren. Sie sollte vielmehr die Freiräume dafür schaffen, dass Jugendliche ihre Treffpunkte selbst nach ihren Vorstellungen gestalten. Dies schont die Finanzen der Gemeinde und bietet den Jugendlichen Aufgaben, an denen sie wachsen können. Ein neuer Treffpunkt in Kirchseeon ist erforderlich. Er sollte so konzipiert werden, dass sowohl die Jugend der ortsansässigen Vereine als auch die ungebundene Jugend diesen Treffpunkt als Angebot annehmen kann. Unter Anderem könnte auch das Freizeitangebot im JEK erweitert werden. Neben der Möglichkeit der Mitarbeit im Generationencafé braucht die Jugend einen selbstverwalteten Jugendtreff in leicht erreichbarer und zentraler Lage.

Jugendarbeit ist eine Querschnittsaufgabe, die sich in jedem kommunalpolitischen Thema widerspiegeln muss. Es erfordert eine konkrete Planung, die zukunftsorientiert ist, anstatt einer ausschließlichen Reaktion auf momentane Probleme. Die Grüne Liste Kirchseeon fordert einen Leitfaden für eine längerfristige Jugendarbeit. Es muss ein Klima geschaffen werden, in der Zusammenarbeit und Mitarbeit sichergestellt wird. Als kommunalpolitische Aufgabe sehen wir Grünen auch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für Jugendliche.

Die Gemeinde muss bei der Planung von Neubaugebieten Plätze der Kommunikation schaffen und bei bestehenden Baugebieten solche erhalten und ggf. erneuern. Unbebaute Freiflächen im Zentrum von Bebauung, wie in nördlichen Bundesländern vielfach Praxis - sollten auch in Kirchseeon möglich werden. Davon profitieren nicht nur Jugendliche. Dabei kann es durchaus notwendig werden, die Interessen der Bauträger etwas zurückzustellen. Freiräume sind in der Jugendpolitik wichtiger als Renditedenken.

 

Kinder

Bei Neubaugebieten sind mehr als die Spielplätze nach DIN Norm zu schaffen. Die Kinderbelange dürfen nicht an den Rand gedrängt werden und nicht den Interessen der Bauherren (wie z.B. Stellplatznachweisen) zum Opfer fallen. Es muss Abschied genommen werden von der Vorstellung, die die Ausstattung der Spielplätze nur nach Sicherheitsvorschriften bemisst. Spielplätze müssen Freiräume darstellen für die Entwicklung der Kinder. Die Gemeinde muss aktiv werden, um Ideen wie die Initiative Erlebnisspielplatz am Leben zu erhalten. Es sollen Patenschaften für Kinderspielplätze initiiert werden.

Die Erweiterung der Angebote im Bereich Kinderbetreuung inklusive der Integration behinderter Kinder begrüßen wir.

 

Schule

Die Grünen sehen die Gesamtschule nach finnischem Modell als zukünftig tragfähigstes Bildungssystem, da in ihr die Kinder nicht bereits im Alter von kaum 10 Jahren einem Selektionsdruck ausgesetzt werden und auch Spätentwickler die Chance auf eine angemessene Ausbildung erhalten. Der Freistaat Bayern teilt diese Sicht der Dinge nicht und setzt weiterhin auf das dreigliedrige Schulsystem. Solange Schüler weiterhin nach der 4. Klasse auf die drei Schularten aufgeteilt werden, setzen wir uns dafür ein, dass auch Schüler, die die Mittelschule besuchen, adäquate Bildungschancen erhalten. In verschiedene Zweige aufgegliederte Mittelschulen müssen - als Basisschulen für alle - wohnortnah angeboten werden. Wir wenden uns gegen die Schließung von Teilmittelschulen und die daraus resultierende Zusammenlegung von Klassen in zentralen Orten.

Durch die Einrichtung von gebundenen Ganztagsklassen sowohl der Grundschule als auch der Mittelschule werden Familien entlastet, der Schulort aufgewertet und die Chancengleichheit verbessert. Dabei ist es wesentlich, diese Form der Verteilung der Unterrichtszeit auf den Tag zu wählen - und nicht einfach eine Art Hort in der Schule am Ende anzuhängen.

 

SOZIALES

 

Allgemeine Situation

Es besteht weiterhin großer Handlungsbedarf im sozialen Bereich: Kriminalität verbunden mit einer Kultur des Wegschauens, wachsende Anteile der Bevölkerung die am Existenzminimum leben verbunden mit Überschuldung von Haushalten, mangelnder Betreuungssituation für Jugendliche große Fluktuation der Bevölkerung. Die Probleme sind nicht unbedingt Kirchseeon-spezifisch. Aber die Gemeinde steht in der Pflicht, sich über Lösungen Gedanken zu machen und nicht - wie derzeit be der CSU üblich - abzuwarten, ob es überregional verordnete Konzepte gibt. In Kirchseeon gibt es etliche Initiativen, die sich verschiedener Probleme am Ort annehmen. Was fehlt ist eine Vernetzung zu einem effektiveren Einsatz der Kräfte. Die Gemeinde muss hierbei eine wichtige Rolle einnehmen. Sie soll die Arbeitskreise neu aufleben lassen und deren Ergebnisse in die alltägliche Kommunalpolitik einfließen lassen, um dadurch das bürgerliche Engagement wieder zu fördern. Der soziale Frieden am Ort sollte dies der Gemeinde wert sein. Rückschläge bei den zaghaften Versuchen dürfen die Gemeinde nicht davon abhalten, an einer Verbesserung der Situation mitzuwirken. Wir erwarten von einem Bürgermeister, dass er sich für die sozialen Initiativen vor Ort interessiert. Verwaltungschefs anderer Orte laden Tagesmütter regelmäßig ein, damit diese in Austausch kommen und ihre Position gestärkt wird. Dies ist nur ein Beispiel. In Kirchseeon wird das Engagement zwar geschätzt, aber es fehlt an Bündelung, Beratung und Solidarität.

Wir Grüne treten ein für die Wiedereinführung der Weihnachtsbeihilfe für Kinder von Harz IV-Empfängern, die nur für die Zeiten knapper Finanzmittel ausgesetzt wurde.

Die Gemeinde hat dafür Sorge zu tragen, dass ausreichend Sozialwohnungen zur Verfügung stehen. Ebenso sollte dem Bedarf entsprechend Wohnraum für Obdachlose zur Verfügung stehen.

 

Senioren

Mehr als die Jugend wird das Alter an den Rand der Gemeinde gedrängt. Eine altengerechte Gestaltung des Lebensumfeldes bleibt den Vereinen und den Senioren selbst überlassen. Wie für die Jugendlichen, wollen wir auch im Interesse der Senioren darauf drängen, in künftigen Bebauungsplänen Plätze für die Kommunikation vorzusehen (öffentliches Schachspielen, parkähnliche Gestaltung mit Ruhemöglichkeiten), um Anlaufstellen für Begegnung im Alter zu schaffen.

Wir sehen das Generationencafé Zam als eine sehr gute Möglichkeit, um die Senioren in die Gemeinschaft zu integrieren. Wir wünschen uns, dass diese Institution erhalten bleibt und ausgebaut wird, um die Ressourcen der alten Menschen zu nutzen und sie den Heranwachsenden und anderen der Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen. Hierdurch kommt den Senioren auch die Anerkennung zu, die ihnen mit ihrer Lebenserfahrung, gebührt.

 

Behinderte

Wie alle anderen Parteien tritt auch die Grüne Liste für ein barrierefreies und behindertengerechtes Kirchseeon ein. Wir wollen jedoch, dass es nicht bei einer Floskel bleibt. Die Behindertenbeauftragten der Gemeinde müssen bei Planungen (Baupolitik, Verkehrspolitik, Finanzpolitik) der Gemeinde befragt und bei alltäglichen Verwaltungsabläufen der Gemeinde (Straßenbau, Umbau kommunaler Gebäude) eingebunden werden. Die Gemeinde hat die Möglichkeit über das Ausloben von Geschäften, die barrierefreie Zugänge ermöglichen, Öffentlichkeit für die Interessen von Behinderten zu schaffen.

 

Ausländische Mitbürger und Beziehungen zum Ausland

Ausländische Mitbürger sind gut integriert. Dies ist weniger das Verdienst der Gemeinde als das der ortsansässigen Bevölkerung. Eine Kommune kann weder den Bürgern oder Vereinen vorschreiben, ausländische Mitbürger zu integrieren, noch kann sie den Bürgern ausländischer Herkunft vorschreiben, am sozialen Leben der Gemeinde teilzuhaben. Wir plädieren für eine Bezuschussung von Vereinen wie der "Ausländerhilfe e.V.", die sich um die Integration von Ausländern kümmern. Internationale Straßenfeste oder ein Bürgerfest unter dem Motto der internationalen Begegnung würde das Zusammenwachsen der Gemeinde und eine Beheimatung der Ausländer fördern.

Die Gemeinde Kirchseeon steht in der Pflicht, dem Bundesdurchschnitt entsprechend Asylanten aufzunehmen und für diese ausreichenden und adäquaten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Asylanten müssen in der Gemeinde willkommen sein und entsprechende Unterstützung finden.

Eine Kommune steht auch in überregionaler Verantwortung. Die Grüne Liste Kirchseeon spricht sich weiterhin für städtepartnerschaftliche Verbindungen ins Ausland aus und begrüßt und unterstützt daher die Partnerschaft nach Irland. Aber auch Verbindungen zu Regionen in Krisengebiete oder Dritte Welt-Länder können sehr friedensstiftende Wirkung entfalten.

Die Übergangsklasse (Ü- Klasse) zur Förderung fremdsprachiger Kinder an der Grundschule Kirchseeon sollte von der Gemeinde gefördert werden. Hier wäre auch die Unterstützung durch die Einrichtung einer FSJ - oder BuFDI- Stelle denkbar.

 

Bürgerengagement

Die Gemeinde muss ein Umfeld schaffen, in welchem ein Engagement ihrer BürgerInnen lohnenswert erscheint, jährlich stattfindende Ideenwettbewerbe zur sozialen Gestaltung des kommunalen Lebens (von Bürgern für Bürger) und zu Umweltaspekten wie Entsiegelung, Dachbegrünung, Fassadenbegrünung etc. sind hierfür gut geeignet.

Im Bereich der Energiewende besteht mit einer Mitgliedschaft in der Bürgerenergiegenossenschaft des Landkreis (BEG) eine ganz konkrete Möglichkeit der finanziellen wie inhaltlichen Mitgestaltung - hier kann persönliches Engagement auf eine hervorragend ausgestaltete organisatorische Grundlage aufbauen. Unsere Gemeinde sollte sich hier noch deutlich aktiver einbringen. Wir erinnern daran, dass wir im vergangenen Sommer die einzige politische Kraft waren, die die Windkraftkonzentrationsflächenplanung für ein diskutierenswertes Thema gehalten hat und die von allen anderen abgelehnte Informationsveranstaltung dann auch ausgerichtet hat.

Auch das Vereinsleben ist Ausdruck von Bürgerengagement. Die Angebotsvielfalt an Vereinen unter- schiedlichster Zielrichtung wird von der Grünen Liste Kirchseeon ausdrücklich begrüßt. Der Ortsbezug der Vereine schafft eine Bindung der Bevölkerung an die Gemeinde, was andere Probleme wie z.B. Freizeitverkehr erheblich lindert.

Die Grüne Liste Kirchseeon befürwortet das Erarbeiten eines Kriterienkatalogs für die Bezuschussung von Vereinen. Darin sollte der Nutzen des Vereins für die Kommune, Jugendarbeit, Eigenmittel und Eigenarbeit, Ortsbezug, ökologische und soziale Funktion Berücksichtigung finden. Nach einer Art Punktesystem sollen Zuschüsse gewährt werden. Damit könnte die Vergabe von Geldern gerechter vonstatten gehen.

Nicht nur in Zeiten knapper Gemeindefinanzen ist es unmöglich, jedem Verein seine eigenen Räumlichkeiten mitzufinanzieren. Stattdessen plädieren wir für die Errichtung eines Bürgerhauses, in dessen Räumlichkeiten jeder Verein seine Treffen abhalten kann und in Grenzen Material lagern kann. Ein solches Bürgerhaus fördert zudem die Kommunikation zwischen Vereinen mit unterschiedlichen Interessen.

 

SPORT UND KULTUR

 

Wie das umfangreiche Vereinsleben, begrüßt die Grüne Liste Kirchseeon auch das reichhaltige Sportangebot in unserer Gemeinde. Sport, ob im Verein organisiert oder privat durchgeführt, hat wichtige gesundheits- und entwicklungsfördernde und soziale Funktionen, er wirkt ausgleichend, aggressionshemmend, persönlichkeitsbildend, bietet Jugendlichen eine Alternative zu Konsum, Drogen und dergleichen. Sportförderung gehört zu den Pflichtaufgaben einer Gemeinde.

Eine Förderung des Sports gilt jedoch nicht nur dem Vereinssport. Auch Gemeindebürgern, die nicht organisiert sind, muss die Möglichkeit geboten werden, ihre sportlichen Freizeitaktivitäten auszuleben. Die vorhandenen gemeindlichen Anlagen müssen für unorganisierte Bürger zugänglich gemacht werden.

Wir begrüßen das ehrenamtliche und gemeindliche Engagement für unsere Schwimmhalle sehr. Wie auch immer die kreisweite Entwicklung sein wird, wir stellen uns der Aufgabe, ein nahegelegenes, sozialverträgliches Angebot zu erhalten.

Im Einzugsbereich von München liegend, ist die Erwartungshaltung bezüglich der Kulturveranstaltungen schwer einzuordnen. Auch hier stellen die Vereine (von den Perchten bis hin zu den verschiedenen Chören) die tragende Säule dar, die es zu unterstützen gilt. Wir Grüne sehen sowohl im besonderen, überregional wirkenden, Kulturschaffen, wie auch in alltäglichen Initiativen eine große Bereicherung des Gemeindelebens. Mit dem "Bürgerhaus", siehe "Bürgerengagement", könnte die Gemeinde auch den Kulturschaffenden ein starkes Rückgrat geben.

 

Wahlperiode 2008-14: Freiräume für die Jugend

Jugend


Die Gemeinde sollte Jugendinteressen in der alltäglichen Kommunalpolitik offen gegenüber stehen. Der Sozialarbeiter in der Gemeinde leistet hervorragende Arbeit insbesondere im präventiven Bereich. Für die anstehenden Aufgaben ist der Bereich aber vollkommen unterbesetzt. Wir treten dafür ein, dass dieser Bereich zu Beginn der nächsten Legislaturperiode personell aufgestockt wird.

Dies könnte auch dadurch unterstützt werden, dass die Gemeinde sich dafür einsetzt, dass die Betreuungsangebote verschiedener staatlicher Stellen gebündelt werden und unter Leitung der Gemeinde zu einer optimalen Betreuung der Betroffenen eingesetzt werden.
Kinder und Jugendliche brauchen einen Ansprechpartner im Gemeinderat, ein Dach über dem Kopf und finanzielle Mittel, die auch kurzfristig eingesetzt werden können. Sie sollen sich in jährlich stattfindenden Jungbürgerversammlungen äußern können. Auch um Zugang zu den Einstellungen und Bedürfnissen der Jugendlichen gewinnen zu können, brauchen wir einen zusätzlichen Jugendpfleger oder Sozialpädagogen, der den direkten Kontakt mit Jugendlichen sucht. Eine Einbindung der Jugendlichen in politische Entscheidungen ist eine Aufgabe, die langfristig angelegt werden muss. Die Gemeinde darf sich von Anlaufschwierigkeiten und Rückschlägen nicht entmutigen lassen.
Gemeindliche Jugendpolitik sollte Abschied davon nehmen, der Jugend fertige Freizeitangebote zu servieren. Sie sollte vielmehr die Freiräume dafür schaffen, dass Jugendliche ihre Treffpunkte selbst nach ihren Vorstellungen gestalten. Dies schont die Finanzen der Gemeinde und bietet den Jugendlichen Aufgaben, an denen sie wachsen können.  Ein neuer Treffpunkt in Kirchseeon ist erforderlich. Er sollte so konzipiert werden, dass sowohl die Jugend der ortsansässigen Vereine als auch die ungebundene Jugend diesen Treffpunkt als Angebot annehmen kann. Die Einrichtung eines Jugendcafés in zentraler, leicht erreichbarer Lage sollte Bestandteil dieses Konzeptes sein.
Jugendarbeit ist eine Querschnittsaufgabe, die sich in jedem kommunalpolitischen Thema widerspiegeln muss. Es erfordert eine konkrete Planung, die zukunftsorientiert ist, anstatt einer ausschließlichen Reaktion auf momentane Probleme. Die Grüne Liste Kirchseeon fordert erneut, dass der Gemeinderat zu Beginn der nächsten Legislaturperiode einen Plan erarbeitet, der als Leitfaden für eine längerfristige Jugendarbeit dient. Es muss ein Klima geschaffen werden, in der Zusammenarbeit und Mitarbeit sichergestellt wird. Als kommunalpolitische Aufgabe sieht die Grüne Liste Kirchseeon auch wirtschaftspolitische Maßnahmen, wie die Schaffung von Lehrstellen und bezahlbarem Wohnraum für Jugendliche.
Die Gemeinde muss bei der Planung von Neubaugebieten Plätze der Kommunikation schaffen und bei bestehenden Baugebieten solche erhalten und ggf. erneuern. Tink Plätze - unbebaute Freiflächen im Zentrum von Bebauung, wie in nördlichen Bundesländern vielfach Praxis - sollten auch in Kirchseeon möglich werden.  Davon profitieren nicht nur Jugendliche. Dabei kann es durchaus notwendig werden, die Interessen der Bauträger etwas zurückzustellen. Freiräume sind in der Jugendpolitik wichtiger als Konsumförderung.

Kinder

Bei Neubaugebieten sind mehr als die Spielplätze nach DIN Norm zu schaffen. Die Kinderbelange dürfen nicht an den Rand gedrängt werden und nicht den Interessen der Bauherren (wie z.B. Stellplatznachweisen) zum Opfer fallen. Es muss Abschied genommen werden von den Vorstellungen, die die Ausstattung der Spielplätze nur nach Sicherheitsvorschriften bemisst. Spielplätze müssen Freiräume darstellen für die Entwicklung der Kinder. Auch ist wünschenswert die starren Vorstellungen von Kinderspielplätzen über Bord zu schmeißen und diese in Planung und Ausführung als Begegnungsstätten für jedes Alter zu konzipieren. Die Gemeinde muss aktiv werden, um Initiativen wie die Initiative Erlebnisspielplatz am Leben zu erhalten. Es sollen Patenschaften für Kinderspielplätze initiiert werden.
Die Erweiterung der Angebote im Bereich Kinderbetreuung inklusive der Integration behinderter Kinder begrüßen wir.

Schule


Die Grünen - und damit auch die Grüne Liste Kirchseeon - sieht die Gesamtschule nach finnischem Modell als zukünftig tragfähigstes Bildungssystem, da in ihr die Kinder nicht bereits im Alter von kaum 10 Jahren einem Selektionsdruck ausgesetzt werden und auch Spätentwickler die Chance auf eine angemessene Ausbildung erhalten. Der Freistaat Bayern teilt diese Sicht der Dinge nicht und setzt weiterhin auf das dreigliedrige Schulsystem. Solange Schüler weiterhin nach der 4. Klasse auf die drei Schularten aufgeteilt werden, wollen wir uns dafür einsetzen, dass auch Schüler, die in die Hauptschule wechseln, adäquate Bildungschancen erhalten. In verschiedene Zweige aufgegliederte Hauptschulen müssen - als Basisschulen für alle  - wohnortnah angeboten werden. Wir wenden uns gegen die Schließung von  Teilhauptschulen und die daraus resultierende Zusammenlegung von Klassen in zentralen Orten.
Die Kirchseeoner Hauptschulen sind von der Schließung besonders bedroht, da die Anmeldezahlen für bestimmte Klassen immer nur knapp oberhalb der Auflösungsgrenze liegen. Kirchseeoner Hauptschüler müssten in diesem Fall nach Grafing oder Ebersberg wechseln und dort die Schule besuchen. Wir fordern ausdrücklich, dass Schulleitung und Verwaltung dafür kämpfen, dass die Schule erhalten bleibt, und nicht - wie dies derzeit der Fall ist - warten, bis ein entsprechender Bescheid des Kultusministeriums die Gemeinde vor vollendete Tatsachen stellt. Angesichts der Tatsache, dass seitens der Schulleitung nur ungenügend Ideen entwickelt werden, die Schule zu erhalten, sollte die Gemeinde hierfür in die Presche springen. Die Gemeinde sollte in diesem Sinne die Gründung eines Schulfördervereins initiieren. Sie sollte darüber hinaus ihre Position als Sachaufwandsträger stärker dazu nutzen, Einfluss auf die Schulleitung zu nehmen, insbesondere die Betreuungsangebote der Gemeinde durch günstigere Stundenplangestaltung  zu unterstützen. Nur beharrliches Nachfragen schafft eine Situation in der die Leitung der Schule zum Handeln gezwungen wird.

Zusammenfassung zur Kinder- und Jugendpolitik

  • Jugendpolitik ist eine kurz- und langfristige Querschnittsaufgabe, die ein planvolles Handeln erfordert
  • Jugendetat, personelle Aufstockung der Stelle für Schul- und Jugendsozialarbeit
  • Berücksichtigung von Jugendinteressen in der Bauleitplanung
  • Treff Plätze für jung und alt
  • Zur Verfügungstellung von Räumlichkeiten zur Nutzung durch Jugendliche
  • Jungbürgerversammlungen zur Einbindung der Jugendlichen in kommunalpolitische Entscheidungen
  • Schaffung von Freiräumen in der Jugendarbeit
  •  Wirtschaftspolitischer Rahmen für Lehrstellen und billigem Wohnraum am Ort
  • Kreativere Gestaltung von Kinderspielplätzen - weg von der ausschließlichen Versicherungsorientierung; Spielplätze als Begegnungsstätten von jung und alt
  • Engagement für Erhalt und Neustrukturierung der Hauptschule in Kirchseeon

Flyer "Frei-Räume für Kirchseeons Jugend"

Wahlperiode 2008-14: Es besteht weiter Handlungsbedarf

Es besteht weiterhin großer Handlungsbedarf im sozialen Bereich: hohe Kriminalität verbunden mit einer Kultur des Wegschauens, wachsende Anteile der Bevölkerung die am Existenzminimum leben verbunden mit Überschuldung von Haushalten, mangelnder Betreuungssituation für Jugendliche, große Fluktuation der Bevölkerung. Die Probleme sind nicht unbedingt Kirchseeon-spezifisch. Aber die Gemeinde steht in der Pflicht, sich über Lösungen Gedanken zu machen und nicht - wie derzeit bei der CSU üblich - abzuwarten, ob es überregional verordnete Konzepte gibt. In Kirchseeon gibt es etliche Initiativen, die sich verschiedener Probleme am Ort annehmen. Was fehlt ist eine Vernetzung zu einem effektiveren Einsatz der Kräfte.

Die Gemeinde muss hierbei eine wichtige Rolle einnehmen. Sie soll die Arbeitskreise neu aufleben lassen und deren Ergebnisse in die alltägliche Kommunalpolitik einfließen lassen, um dadurch das bürgerliche Engagement wieder zu fördern. Der soziale Frieden am Ort sollte dies der Gemeinde wert sein. Rückschläge bei den zaghaften Versuchen dürfen die Gemeinde nicht davon abhalten, an einer Verbesserung der Situation mitzuwirken.
Wir erwarten von einem Bürgermeister, dass er sich für die sozialen Initiativen vor Ort interessiert. Verwaltungschefs anderer Orte laden Tagesmütter regelmäßig ein, damit diese in Austausch kommen und ihre Position gestärkt wird. Dies ist nur ein Beispiel. In Kirchseeon wird das Engagement zwar geschätzt, aber es fehlt an Bündelung, Beratung und Solidarität.
Wir Grüne treten ein für die Wiedereinführung der Weihnachtsbeihilfe für Kinder von Harz IV-Empfängern, die nur für die Zeiten knapper Finanzmittel ausgesetzt wurde.

Senioren

Mehr als die Jugend wird das Alter an den Rand der Gemeinde gedrängt. Eine altengerechte Gestaltung des Lebensumfeldes bleibt den Vereinen und den Senioren selbst überlassen. Wie für die Jugendlichen, wollen wir auch im Interesse der Senioren darauf drängen, in künftigen Bebauungsplänen Plätze für die Kommunikation vorzusehen (öffentliches Schachspielen, parkähnliche Gestaltung mit Ruhemöglichkeiten), um Anlaufstellen für Begegnung im Alter zu schaffen.
Wir sehen das geplante Generationencafe als eine sehr gute Möglichkeit, um die Senioren in die Gemeinschaft zu integrieren. Wir wünschen uns, dass die Idee dieser Institution weiterentwickelt wird, um die Ressourcen der alten Menschen zu nutzen und sie den Heranwachsenden und anderen der Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen. Hierdurch kommt den Senioren auch die Anerkennung zu, die ihnen mit ihrer Lebenserfahrung, gebührt.

Behinderte

Wie alle anderen Parteien tritt auch die Grüne Liste für ein barrierefreies und behindertengerechtes Kirchseeon ein. Wir wollen jedoch, dass es nicht bei einer Floskel bleibt. Die Behindertenbeauftragten der Gemeinde müssen bei Planungen (Baupolitik, Verkehrspolitik, Finanzpolitik) der Gemeinde befragt und bei alltäglichen Verwaltungsabläufen der Gemeinde (Straßenbau, Umbau kommunaler Gebäude) eingebunden werden. Die Gemeinde hat die Möglichkeit über das Ausloben von Geschäften, die barrierefreie Zugänge ermöglichen, Öffentlichkeit für die Interessen von Behinderten zu schaffen. Die Tatsache, dass der gemeindliche Internetauftritt mit seinen Serviceangeboten trotz mehrmaliger Nachfrage bis heute nicht barrierefrei gestaltet wurde zeigt das geringe Interesse des Verwaltungschefs für die Belange der Behinderten vor Ort. Wir wünschen uns, dass die im AK Soziales erarbeiteten Vorschläge zur Verbesserung der Situation in Kirchseeon geprüft und ggf. umgesetzt werden.

Ausländische Mitbürger

Ausländische Mitbürger sind gut integriert. Dies ist weniger das Verdienst der Gemeinde als das der ortsansässigen Bevölkerung. Eine Kommune kann weder den Bürgern oder Vereinen vorschreiben, ausländische Mitbürger zu integrieren, noch kann sie den Bürgern ausländischer Herkunft vorschreiben, am sozialen Leben der Gemeinde teilzuhaben. Wir plädieren für eine Bezuschussung von Vereinen wie der "Ausländerhilfe e.V.", die sich um die Integration von Ausländern kümmern. Internationale Straßenfeste oder ein Bürgerfest unter dem Motto der internationalen Begegnung würde das Zusammenwachsen der Gemeinde und eine Beheimatung der Ausländer fördern.
Eine Kommune steht auch in überregionaler Verantwortung. Die Grüne Liste Kirchseeon spricht sich weiterhin für städtepartnerschaftliche Verbindungen ins Ausland aus. Besonders Verbindungen zu Regionen in Krisengebiete oder Dritte Welt-Länder können solche Partnerschaften sehr friedensstiftende Wirkung entfalten.

Bürgerengagement

In diesen Zeiten zunehmender Individualisierung ist es immer schwerer Menschen zu finden, die sich für das Gemeinwesen einsetzen. Es ist Aufgabe der Gemeinde das Bürgerengagement der Einwohner zu fördern, um den Ort lebenswert zu erhalten. Die Möglichkeiten der Politik sind hier sehr eingeschränkt. Doch kann sie sich bemühen, ein Umfeld zu schaffen, in welchem sich ein Engagement seiner BürgerInnen lohnenswert erscheint. Bürgerengagements kann durch Initialisieren von Veranstaltungen vor Ort lohnenswert gemacht werden, jährlich sollte ein Ideenwettbewerb für soziale Gestaltung des kommunalen Lebens unter einem Thema (z.B. soziale, ökologische Einbindung des Gymnasiums)  (von Bürgern für Bürger) ausgeschrieben werden. Mit Wettbewerben kann die ortsansässige Bevölkerung zum Handeln motiviert werden: denkbar wäre ein Wettbewerb für Entsiegelung, Dachbegrünung, Fassadenbegrünung. Für Geschäfte könnte ein kommunaler Umweltpreis für eine besonders ökologische Geschäftsführung ausgeschrieben werden. Und dies sind nur Beispiele für ökologisches Handeln. Beim schon stattfindenden Honorieren von Persönlichkeiten sollen nicht nur die langjährig engagierten Menschen Beachtung finden, sondern auch solche, die neue Wege im sozialen, kulturellen, gesellschaftlichen, ökologischen Bereich weisen.
Bürgerengagement wächst nur, wenn Menschen sich mit dem Ort identifizieren können. Eine verfehlte Baupolitik wirkt hier kontraproduktiv, weil ein zu schneller Zuzug von Menschen, deren Integration in die Gemeinschaft verhindert und für diese in diesem Fall Kirchseeon nur ein Schlafplatz bleibt. Ortsbezug kann die Gemeinde auch dadurch fördern, dass sie z.B. internationale Straßenfeste   oder Ortsteilversammlungen organisiert, oder die Gestaltung öffentlicher Plätze durch seine Bürger statt durch Baufirmen vornehmen lässt.
Auch das Vereinsleben ist Ausdruck von Bürgerengagement. Die Angebotsvielfalt an Vereinen unterschiedlichster Zielrichtung wird von der Grünen Liste Kirchseeon ausdrücklich begrüßt. In allen Vereinen wird eine Alternative geboten zu dem sonst konsumorientierten Freizeitangebot in der Gesellschaft. Der Ortsbezug der Vereine schafft eine Bindung der Bevölkerung an die Gemeinde, was andere Probleme wie z.B. Freizeitverkehr erheblich lindert.
Eine Bezuschussung der Vereinsarbeit sollte jedoch nicht grundsätzlich jedem Verein zu Gute kommen, sondern sich danach richten, inwieweit der entsprechende Verein Aufgaben im Interesse des Gemeinwesens erfüllt. Eine Bezuschussung muss davon abhängig gemacht werden, welche Eigenleistung der Verein einbringt und muss sich am Ausmaß dieser Eigenleistung orientieren.
Die Grüne Liste Kirchseeon  befürwortet das Erarbeiten eines Kriterienkatalogs für die Bezuschussung von Vereinen. Darin sollte der Nutzen des Vereins für die Kommune, Jugendarbeit, Eigenmittel und Eigenarbeit, Ortsbezug,  ökologische und soziale Funktion Berücksichtigung finden. Nach einer Art Punktesystem sollen Zuschüsse gewährt werden. Damit könnte die Vergabe von Geldern gerechter vonstatten gehen.
Vereinsförderung ist nicht die einzige Aufgabe, die die Gemeinde zu erfüllen hat. Die Gemeinde hat soziale Verantwortung und muss durch ihr Handeln auch einer überregionalen Verantwortung wie der im Klimaschutz nachkommen. Auch dafür muss sie Geld zur Verfügung haben. Deswegen tritt die Grüne Liste für eine Budgetisierung der Gemeindefinanzen ein. Vereinen soll nach unseren Vorstellungen insgesamt nur ein bestimmter Anteil der freien Spitze (Geld über das die Gemeinde frei verfügen kann, das also nicht durch Pflichtaufgaben bereits verplant ist) zufließen. Haushaltsausgabereste sollen in Folgejahre übertragen werden können, so dass auch größere Projekte finanziert werden können.
Nicht nur in Zeiten knapper Gemeindefinanzen ist es unmöglich, jedem Verein seine eigenen Räumlichkeiten mitzufinanzieren. Statt dessen plädieren wir für die Errichtung eines Bürgerhauses, in dessen Räumlichkeiten jeder Verein seine Treffen abhalten kann und in Grenzen Material lagern kann. Ein solches Bürgerhaus fördert zudem die Kommunikation zwischen Vereinen mit unterschiedlichen Interessen.

Sport

Wie das umfangreiche Vereinsleben, begrüßt die Grüne Liste Kirchseeon auch das reichhaltige Sportangebot in unserer Gemeinde. Sport, ob im Verein organisiert oder privat durchgeführt, hat wichtige soziale Funktionen, wirkt ausgleichend, aggressionshemmend, bietet Jugendlichen eine Alternative zu Konsum, Drogen und dergleichen. Sportförderung gehört zu den Pflichtaufgaben einer Gemeinde. Dazu steht auch die Grüne Liste Kirchseeon.
Die Sportförderung fällt für uns unter die Budgetierung der Vereinsförderung. Die Planung soll im Einklang mit den Prinzipien des Naturschutzes und gemäßigten Ortswachstums stattfinden. Wir befürworten die Doppelnutzung der Sportanlagen des Gymnasiums durch Verwendung von Kunstrasen und Flutlichtlanlagen. Wir sehen einen weiteren Sportplatz für den ATSV als ausreichend.
Eine Förderung des Sports gilt nicht nur dem Vereinssport. Auch Gemeindebürgern, die nicht organisiert sind, muss die Möglichkeit geboten werden, ihre sportlichen Freizeitaktivitäten auszuleben. Die vorhandenen gemeindlichen Anlagen müssen für unorganisierte Bürger zugänglich gemacht werden.

Zusammenfassung zu Sozialem und Bürgerengagement

  • Handlungsbedarf im Sozialen Bereich anerkennen
  • Arbeitskreise und soziale Initiativen stärker fördern, vernetzen und einbinden
  • Einbindung der Senioren in soziale Netze
  • Internationale Straßenfeste zur besseren Integration
  • Aufbau/Ausbau eines Bürgerhauses/Generationencafes statt viele Vereinsheime bezuschussen
  • Erhalt und Förderung innerörtlicher Freizeitbeschäftigung
  • Kriterienkatalog und Budgetierung der Vereinsförderung
  • Schaffung von Projekten zur Bürgerbeteiligung und Schaffung eines Wir-Gefühls am Ort
  • Wettbewerb für Entsiegelung, Dachbegrünung, Fassadenbegrünung, kommunaler Umweltpreis für Geschäfte und Unternehmen am Ort
  • Jährliches Ausschreiben von Ideenwettbewerb für soziale Gestaltung des kommunalen Lebens unter einem Thema
  • Honorieren von Persönlichkeiten, die neue Wege im sozialen, kulturellen, gesellschaftlichen, ökologischen Bereich weisen
  • Ortsbezug herstellen durch Organisation internationaler Straßenfeste , Ortsteilversammlungen

Flyer "Bei uns passen alle unter einen Schirm"

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