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Bündnis 90/Die Grünen

im Landkreis Ebersberg

Antrag: Stadt soll auf Glyphosat verzichten

Auch am Egglburger See wird hemmungslos Glyphosat eingesetzt © r. will

Laut unserem Antrag an den Stadtrat soll die Stadt ihre Gärtnerei anweisen,  keine Pflanzenvernichtungsmittel mit dem Inhalt Glyphosat  (z.B. Roundup) im Gemeindebereich mehr zu verwenden. 

Begründung:
Glyphosat ist nach wie vor erlaubt und wird in Ebersberg, auch in Wohnge-bieten nahe Kinderspielplätzen, zur Unkrautvernichtung ausgebracht. Ein Gift, das prinzipiell zum Tod aller Pflanzen führt, die mit ihm in Kontakt kommen. Eine Studie, erarbeitet im Januar dieses Jahres von Christoph Then, Testbiotech, zeigt alarmierende Ergebnisse: Rückstände in der Nahrung, im Wasser oder in Tierprodukten können das Erbgut verändern, Vergiftungen der Leber sowie eine verstärkte Tumorbildung verursachen.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat kürzlich Glyphosat als "wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen" eingestuft. Egal wie die EU-Kommission bezüglich des Einsatzes in der Landwirtschaft in diesem Jahr entscheiden wird, das Gift wird von unseren BürgerInnen nachweislich aufgenommen. Wir bitten die Stadt dafür Sorge zu tragen, dass aufgrund ihrer Anwendung niemand mehr diesem Herbizid ausgesetzt wird.
Erste Untersuchungen von Urinproben beweisen, dass im Landkreis nicht nur Landwirte Glyphosat in ihrem Körper haben, sondern auch Menschen, die nicht in der Landwirtschaft arbeiten. Der Bund Naturschutz hat in 10 Landkreis-Gemeinden Urinproben testen lassen, jeder Proband im Landkreis Ebersberg war mit Glyphosat belastet.

Rosemarie Will                                           Philipp Goldner

Februar 2016

Unser OV besucht das neue Tierheim

Das neue Tierheim...
mit seinen anschlussfreudigen...
oder zurückhaltenden...
teils schwer vermittelbaren Bewohnern
Vor dem Kleintierhaus...
und danach beim 6. "Ebersberger Gespräch" mit Evelyn Bauer und Karin Fritsch © r.will / ph.goldner

Höchster Respekt vor der Leistung der ehrenamtlich Engagierten. Das ist es, was uns TeilnehmerInnen am Rundgang des Grünen Ortsverbands durchs Ebersberger Tierheim vor allem im Gedächtnis bleiben wird. Und die Augen der Vierbeiner. "Was machst du hier? Magst du mich zu dir nehmen?", steht in ihrem Blick.

Rambo zum Beispiel, der kleine Terrier-Mischling, der zwei Tage durch Eglharting gelaufen war, bevor man ihn einfangen konnte, sucht jetzt aufgeregt Anschluss: bei seiner Nachbarin Shelly, einem Chow-Chow im Freilauf nebenan, und bei uns, denen er seine feuchte schwarze Nase durchs Gitter entgegenstreckt. Dreimal am Tag darf er Gassi gehen, aber die Abstände dazwischen sind lang.

Oder die getigerte Katze, die hinter ihrem Kratzbaum sitzt und uns anschaut als wollte sie sagen: "Ich fühl mich hier ja sicher. Aber ein weiches Sofa mit einem liebevollen Menschen neben mir wäre noch schöner."

Oder das große weiß-grau gescheckte Kaninchen, das aus einem Keller in Kirchseeon gerettet wurde. Mit schwarzen Kulleraugen blickt es wachsam die Menschen an, die um seinen Käfig herumstehen und betrübt seine Geschichte hören.

Bald wird es auch für die Kleintiere ein Auslaufgehege geben, erklärt Evelyn Bauer, Vorsitzende des Tierschutzvereins. Gitter zum Schutz gegen Durchgraben werden dazu bereits in den Boden verlegt. Ob das gescheckte Kaninchen dort Freunde finden wird, ist allerdings fraglich. Vielleicht wird es dann immer noch zu verstört sein und deshalb Artgenossen wegbeißen.

Zwei Hunde und 20 Katzen sehen wir auf unserem Rundgang durch das helle freundliche Haus. Die Kleintiere - derzeit drei Kaninchen und ein Hamster - sind in einem Holzhaus auf dem großen Gelände untergebracht. Maximal ist Platz für vier Hunde, 50 Katzen und 20 Kleintiere. Seit seiner Einweihung im November letzten Jahres hat das Team bereits 35 Katzen vermittelt. Darauf ist Frau Bauer vor allem deshalb stolz, weil die Tiere grundsätzlich nur an Menschen weitergegeben werden, deren Eignung zum Halten des neuen Familien-mitglieds vorher genau geprüft wurde.

Peinliche Hygiene
Dass so viele Vierbeiner in der Tierauffangstation, wie das Heim richtig heißt, beieinander sind - weder die Sauberkeit noch die Geruchsfreiheit lassen darauf schließen: Alles blitzt, ist hell und gepflegt, es riecht weder nach den Tieren noch nach ihrem Futter. Kein Wunder eigentlich, denn Heike Hendrich, Vollzeit-Tierpflegerin, die in dem Haus auch ihre Wohnung hat, desinfiziert regelmäßig alle Räume. Außerdem wird das Haus dreimal wöchentlich drei Stunden lang geputzt.

Peinliche Hygiene ist auch ein Gebot der Gesundheitsvorsorge. Jedes Fundtier muss zunächst in Quarantäne. Kranke, wie die schmächtige Katze mit dem Pilzleiden, müssen auf die Krankenstation. Wenn ein Tier weitervermittelt wird, werden seine Decken in einer Industriewaschmaschine ausgekocht und sein Raum komplett desinfiziert. Regelmäßig untersucht und behandelt eine Ärztin aus Grafing die Tiere. Der Untersuchungsraum soll, wenn die finanziellen Mittel es erlauben, auch für Operationen, vor allem für Sterilisationen ausgebaut werden. Grundsätzlich wird aber schon heute jedes eingelieferte Tier sterilisiert, betont Frau Bauer. Derzeit müssen die Ehrenamtlichen mit ihren Anvertrauten dafür noch im (Privat-)Auto zum Tierarzt fahren, "ein richtiger Stress für die Tiere", so Frau Bauer. Von dem Stress für die Helfer, allen voran sie selbst, redet sie nicht so gern.
Zu den Zukunftsperspektiven gehört auch ein zweites Holzhaus, in dem Strohvorräte gelagert werden und wilde Katzen einen Futterplatz finden können. Die Freiläufe für Katzen sind schon im Bau. 25 000 € hätten sie kosten sollen. Jetzt legen Ehrenamtliche selbst Hand an - zum Preis der Materialkosten. im Übrigen wird für wilde Katzen auch außerhalb des Hauses gesorgt: An 20 Stellen im Landkreis bekommen sie allwöchentlich in speziellen Futterhäuschen zu fressen. Nachschub auch dafür in Mengen stapelt sich in den Garagen.

Abschließend finden sich noch einige von uns im Seehaus-Piccadilly zum 6. "Ebersberger Gespräch" zusammen. Auch Karin Fritsch, die neue 2. Vorsitzende des Vereins, ist jetzt dabei. Der Abend endet locker. Frau Bauer klingt wesentlich zuversichtlicher als vor knapp vier Jahren, wo sie bei unserem 1. "Ebersberger Gespräch" noch recht verzweifelt die Situation ohne Tierheim geschildert hat.

Bettina Goldner, April 2015

"Waldarbeiter" am Egglburger See

Gesehen haben wir nur ihr Werk, sie selbst leider nicht...
... aber gestaunt über die Kraft der reinen Pflanzenfresser. Na, der stärkste Mann Deutschlands ist ja auch Veganer! © r.will

Vom Seeweberweiher sind die Biber an den nördlichen Uferrand des Egglburger Sees gewandert und fleißig am "Umholzen"! Ein kleines Stück neue Uferlandschaft wird entstehen.

April 2013

Wildblumen entlang Ebersbergs Straßen - eine Grüne Idee!

An der Münchner Straße © r. will
... Wildbieneecke an der Ebrachstraße © r. will
... an der Bahnhofstraße © r. will
... und entlang dem Klostersee-Ostufer © s. schmidberger

Eine Idee von Rosemarie, umgesetzt von Rosemarie und Käte und aufgegriffen von der Stadtgärtnerei: Wildblumen statt Begonien und Tagetes! Wie schön blüht es jetzt schon an vielen Straßenrändern in Ebersberg

Gewässerschutz durch Biogasanlage an der Weiherkette

Grüner Infostand am Klostersee © b. goldner

Der Technische Ausschuss des Stadtrats hat Anfang November beschlossen, nach einem Absetzbecken in Vorderegglburg am Priel ein weiteres Absetzbecken bauen zu lassen, das  Langweiher und Klostersee entlastet. Dieses soll voraussichtlich 2012/13 errichtet werden und rund 80 000 Euro kosten (mit Zuschüssen ist zu rechnen). In dem Zwei-Kammer-Becken sollen sich Sedimente und Schwebstoffe durch Reduktion der Fließbewegung absetzen. Außerdem, wird das lösliche Phosphat von Algen und Wasserpflanzen aufgenommen.

Wir stimmten der Maßnahme zwar ebenso wie alle anderen Stadträte zu, kritisierten aber diese Art von Subventionierung der Landwirtschaft. Uns erscheint es nämlich sinnvoller, im Ebersberger Westen eine Biogasanlage zu errichten, um Gülle zu verwerten und so die Gewässer zu entlasten. Den Bauern machen wir keinen Vorwurf -  sie handeln nach Recht und Gesetz. Jedoch gibt es einfach zu viele Tiere auf zu wenig Platz.

Große Biogasanlagen, in denen v.a. Mais verarbeitet wird, sind ökologisch nicht sinnvoll. Kleine Biogasanlagen aber, die zu einem großen Anteil mit Gülle bestückt werden, können eine positive Ökobilanz aufweisen. Grundsätzlich ist die Vergärung von Gülle zu begrüßen, weil so die Entstehung von Methan- und Geruchsemissionen verhindert wird.

Im Ebersberger Westen macht eine kleine BGA vor allem aber wegen des Gewässerschutzes (Ebersberger Weiherkette, Badesee Klostersee) Sinn:
1. Die Pflanzen können die (umgewandelten Gülle-) Nährstoffe besser aufnehmen; weniger Nährstoffe werden in die Gewässer, ausgewaschen.
2. Die Gülle muss nicht "gefahren werden", wenn die "Odelgrube voll ist." (Das Problem "Düngung vor Regen" und entsprechender Auswaschung entfällt).
3. Viele Human- und Tierhygiene-relevante Krankheitserreger sterben bei der Vergärung in der BGA ab und gelangen so nicht in die Gewässer.

Philipp Goldner, Nov. 2011

Roundup auf "Bio-Wiese"

Grün kaputt dank Glyphosat © r.will

Auch auf Ebersberger Boden, genauer gesagt in Hinteregglburg, wurde großflächig Glyphosat eingesetzt. Kurz nachdem der Ebersberger Teil der Süddeutschen Zeitung darauf hingewiesen hatte, war im Wissens-Teil der gleichen Zeitung  zu lesen, dass "der Rundumvernichter", bekannt unter dem Namen Roundup, zunehmend verdächtigt wird,über die Nahrungskette Missbildungen bei Kindern auszulösen, ganz zu schweigen von seiner verheerenden Wirkung auf Böden, Insekten, Amphibien und Fische.

Einen Leserbrief, mit dem Rosemarie Will auf den Artikel "Pflanzengift im Landschaftsschutzgebiet" im Lokalteil der SZ reagiert hat, wollte dieser dennoch nicht veröffentlichen. Hier ist er zu lesen: 

"Pflanzengift im Landschaftsschutzgebiet"
Die in diesem Artikel beschriebene braune Wiese, die mit dem gängigen Pflanzengift Glyphosat behandelt wurde, führt in Hanglage hinunter zum Egglburger See.
Die Problematik Weiherkette in Verbindung mit Blaualgen im Klostersee ist hinlänglich bekannt. Jeder Regenguss spült erwiesenerweise, durch teuere Gutachten bestätigt, Gift in die Seemulde. Auch das nach wie vor erlaubte Herbizid Roundup, das ebenfalls erwiesenerweise zu Missbildungen bei Rattenföten führt. Nun ja, so viele Ratten werden schon nicht im Klostersee baden!
Wenn man diese braune Wiese sieht, braucht man eigentlich keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, da reicht der pure Menschenverstand um zu sehen, wie eine Wiese mit allem was darin lebt, abgetötet wird. Nur eine Wiese? Wenn dann der nächst liegende Bauernhof, "Ohne Gentechnik" deklariert, Bio-Lamm- und Schweinefleisch verkauft, darf man schon darüber nachdenken, warum der Bio-Gedanke vor einer Wiese Halt macht.

Rosemarie Will, September 2011

Intakte Umwelt ist soziale Fürsorge

foto: ©uta_v_luehmann/www.pixelio.de

"Artensterben beginnt im Vorgarten" - dieser Meinung schließt sich Käte Moder an, auch in ihrer Eigenschaft als Sprecherin des Agenda-21-Arbeitskreises Natur. Die Kommune sollte bei der naturnahen Bepflanzung eine Vorreiterrolle übernehmen, schreibt sie in einem Leserbrief an die Ebersberger Teile von SZ und Merkur. Hier ihr Brief leicht gekürzt:

[...] Nur schön, bunt und großblütig reicht nicht. Die Menschen haben eine grosse Sehnsucht nach echter Natur, nach Blumen und Pflanzen, die sie an ihre Kindheit erinnern. Wir alle haben die euphorische neue Garten- bzw. Blumenwelle  immer größer, auffälliger und (angeblich) schöner mitgemacht. Hat sie uns zufriedener gemacht? Mich nicht. Man vergleiche das wunderschöne Gesichtchen eines Ackerstiefmütterchens mit den grossflächigen Blütenblättern der heutigen ins Gigantische gezüchtete Stiefmütterchen, ihre geklont erscheinende Gleichmässigkeit und ihre Massen. Sie strahlen den Charme einer billigen Industrieproduktion aus. Und genau das ist dann der Grund, weshalb beim Beginn des Welkens die Blumen herausgerissen und entsorgt werden.

Für mich sind Blumen liebe Wegbegleiter und keine Wegwerfware.
Aber es geht ja nicht nur um Empfindungen, sondern auch um den Erhalt
einer intakten Umwelt und die Verzahnungen, das Ineinandergreifen, die
gegenseitigen Abhängigkeiten. Biodiversität eben. Samenbildende Blumen
verfügen in der Blütezeit über Pollen, auf die die Insekten angewiesen
sind. Insekten und Blütensamen sind eine wichtige Nahrungsgrundlage  für
unsere Vögel. [...]

Ich gehe noch einen Schritt weiter und behaupte, dass eine intakte
Umwelt zur sozialen Fürsorge der Bevölkerung gehört. Und so ergibt sich
die Bitte, dass sich  Ebersberg mit Vaterstetten oder anderen Kommunen
mit Vorbildfunktion kurzschliesst, um von einander zu lernen. Ich gehe
davon aus, dass es in Ebersberg viele diesbezüglich  kompetente Bürger
gibt. Wir haben auch einen tüchtigen und sehr rührigen Stadtgärtner, der
sicherlich auch beim Thema Natur in der Kommune Zeichen setzen kann. Wir
müssen uns verständigen und gemeinsam unser Ziel verfolgen.

 

"Grün kaputt" in Ebersberg

Autokompatible Straßenbegleitpflanzen foto: rosemarie_will

2010 ist das Jahr der Biodiversität, der Artenvielfalt. Dazu wird im Museum Wald und Umwelt ein Biodiversitätspfad neu angelegt. Wir feiern 10 Jahre Umweltstation in Ebersberg, wir haben eine Agenda Natur, die Stadt ist Mitglied im Bund Naturschutz, wir haben einen Gartenbauverein und - wir haben eine neue Frühjahrsbepflanzung in Ebersberg: Stechpalmen, hochgezüchtete exotische Pflanzen, grünen "Betonrasen" und stacheligen Feuerdorn, zum Beispiel rund um den Briefkasten in der Flossmannstraße (in spätestens drei Jahren werden die letzen Briefschreiber aufgeben und aufgrund verkratzter Hände den Briefkasten nicht mehr benutzen) - nur keinerlei Biodiversität.

Seit wir GRÜNEN im Stadtrat sind, betteln wir um mehr naturnahes Grün in der Kommune. Um ein Stück Schmetterlingswiese, um eine Stück Wiese für Wildbienen, um heimische Pflanzen, vielleicht mit der entsprechenden Information für die Bürgerinnen.

Es gäbe schöne Beispiele dafür. Jede Landesgartenschau/Bundesgartenschau bietet sie an, aber auch andere Kommunen in der Umgebung. Es gibt spezielle Seminare und Informationen, z.B. in der Laufener Umweltakademie, beim Bund Naturschutz oder über das Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, um sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Zumindest wäre es einen Versuch wert, naturnahes Grün in der Kommune umzusetzen und gleichzeitig eine Anregung für Gartenbesitzer anzubieten, sich vom hochgezüchteten, kurzlebigen Pflanzenangebot  zu verabschieden, um dafür den Garten für Schmetterling & Co. zu öffnen.

Rosemarie Will, April 2010

 

So geht es auch! foto_rosemarie_will

Zur Erinnerung: Im Juli 2009 waren wir zuversichtlich, mit unserem Antrag "Naturnahe Bepflanzung in der Kommune", etwas mehr Ökologie in das "Straßenbegleitgrün" zu bringen. (Nur) einen Anfang sollte der schmale Streifen in der Dr.-Wintrich-Straße machen, wo zwischen Straßenbelag und Schotterabhang  roter Mohn leuchtete.

Dabei ist es leider bisher geblieben. Unserer damals formulierten Vision "noch viel mehr Flecken mit heimischen Pflanzen in der Stadt zu schaffen, die (auch) den Insekten eine garantiert waschbetonfreie Heimat geben" sind wir bisher nicht näher gekommen. Aber wir geben nicht auf!

Rosemarie Will, April 2010

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